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Nur zur Miete!

Schwangere von der Seite in violettem Klein (Bildquelle: Fotolia.de)

Versuchen Sie sich das vorzustellen: Sie sind bettelarm, was vielleicht nicht so schlimm ist, denn da wo sie leben und herkommen, ist jeder arm. Schlimmer als Armut und Elend sind Hunger und Durst. Es gibt kein Entkommen, denn es gibt keine wirkliche Arbeit, keine wirkliche Hoffnung, keine wirkliche Chance. Nicht für Sie, nicht für Ihren Mann und Ihre Kinder.

Und dann ganz plötzlich erhalten sie doch eine Chance: auf ein anderes Leben, auf eine andere Form der Existenz. Jemand bietet Ihnen an, gegen Geld ein fremdes Kind auszutragen. Sie gehen in ein Krankenhaus, man pflanzt ihnen ein befruchtetes Ei ein, oder sie selbst stellen ein Ei zur Verfügung, das dann befruchtet wird – und, voila, sie sind schwanger. Nur, dass es eben nicht ihr eigenes Kind ist. Und, dass diese Schwangerschaft Ihr Leben völlig verändern wird.

Ich glaube, in unseren Breitengraden, wo man als Frau eher nur einmal ein Kind bekommt und wo viele immer noch mit hochgezogenen Augenbrauen anderen Frauen nachschauen, die „Ihre Kinder“ zur Adoption weggegeben haben, in Ländern wie unseren ist das nur schwer nachzuvollziehen, dass am Ende einer Schwangerschaft und nach der Geburt eine Frau ihr Kind einfach weg gibt. Einfach so. Verkauft! Unglaublich!

Gott, sind wir nicht wundervolle Moralapostel? Natürlich finden wir das „schrecklich„, dass es soviel Armut gibt in der Welt, und so viel Hunger, aber deswegen ein Kind verkaufen? Es ist doch verkaufen, nur nennt man es halt Leihmutterschaft, oder … ?

Und, „hach Gott ja, schade dass die Müllers keine Kinder kriegen können, aber die Natur hat das halt nicht so gewollt. Da muss man sich doch auch mal damit abfinden!

Ich bleibe bei meiner Einstellung: Was immer ein Mensch aus freiem Entschluss mit seinem Körper macht, ist alleine eine Sache zwischen ihm und seinem Schöpfer. Und wenn eine Frau sich dazu entschließt, ihren Körper für die Schwangerschaft einer anderen zur Verfügung zu stellen, dann ist das alleine ihre Angelegenheit. Das geht gar niemanden was an!

Eine Familie, die so gerne ein Kind haben möchte, aber auf herkömmlichem Wege keines bekommen kann – was ist denn das Problem wenn sich und vielleicht einer vielköpfigen Familie an anderer Stelle auf diesem Planeten jemand durch Leihmutterschaft das Leben viel erträglicher macht, als es sonst irgendwie ginge und damit einverstanden ist? Am Ende sind doch alle glücklich – einschließlich des Kindes.

Ich kann nicht erkennen, was unser ethisches Problem in Deutschland mit Leihmutterschaft sein soll – aber vielleicht kann mir ja jemand weiter helfen …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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