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Blaue Kiste mit Goldkettchen

Hebamme beim Abhoren einer Schwangeren (Bildquelle: Fotolia.de)

Ich bin ein bisschen skeptisch, was Traum(symbol)-Lexika anbelangt. Es unterstellt, dass alle Symbole für alle das gleiche bedeuten. Aber das entspricht nicht unserer Wirklichkeit. Was für mich Bedeutung haben mag, hat für Sie vielleicht gar keine – oder gar die umgekehrte Bedeutung.

Die Frage, die ich hier lieber aufwerfen würde, lautet: Was macht ein Traum mit Ihnen? Wenn Sie nachts oder morgens mit einem schönen oder einem schlimmen Traum im Gedächtnis aufwachen, was macht das mit ihnen? Bringt Sie die der Traum zum Schmunzeln? Oder gar zum lachen? Oder ängstigt sie der Traum?

Und wie gehen Sie dann damit um?

Wahrscheinlich werden Sie gar nichts unternehmen, wenn es ein schönes Erlebnis war und sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht aufgewacht sind. Klar. Aber was tun Sie, wenn Sie beunruhigt aufwachen?

Wollen wir annehmen, Sie wachen aus einem Traum auf, in dem eine Schlange ein anderes Tier erst umschlungen und dann erdrückt hat? Was tun sie dann? Wahrscheinlich hängt es davon ab, ob Sie diesen Traum in Beziehung zu Ihrer Schwangerschaft sehen. Angenommen, Sie haben das Gefühl, dass das mit Ihrer Schwangerschaft zu tun hat – was dann?

Wenn ich einen Vorschlag machen darf: Das erste, was ich tun würde, wäre, den Traum in irgendeiner Form festhalten. Ob Sie das Erlebnis und ihre Empfindungen in ein Tagebuch schreiben oder schnell ein paar Notizen auf einen Zettel kritzeln, den Sie an den Kühlschrank hängen, um sich immer wieder daran zu erinnern, ist erst mal nicht so wichtig, Hauptsache festgehalten.

Die Apachen hatten eine interessante Weisheit im Zusammenhang mit Träumen:

Wenn du einen Traum nicht erklären kannst, dann warte, bis sich der Traum selbst erklärt!

Gar keine Frage, während der Schwangerschaft ist Ihre Intuition deutlich gesteigert. Es wäre sehr schade – vielleicht sogar schädlich – Träume achtlos an sich vorbei rauschen zu lassen …

Wenn Sie sich dazu entschieden haben, mit einer Hebamme zusammenzuarbeiten – ich rate Ihnen sehr dazu – erzählen Sie ihr den Traum. Vielleicht weiß sie nix damit anzufangen, dann haben Sie selbst zwar nix davon, aber andere Frauen, die nach Ihnen ihre Kind bekommen, werden davon profitieren können. Vielleicht hat sie aber einen ähnlichen Traum wie Ihren schon gehört und kann Ihnen dabei helfen, ihn zu betrachten – oder sie kann Ihnen erzählen, wie andere Frauen diesen Traum eingordnet haben und was daraus geworden ist! Hebammen leben vor allem von ihrer Erfahrung …

Solch ein Schlangentraum kommt immer wieder vor – C.G.Jung würde ihn vielleicht eine Archetype nennen. Eine meiner Interviewpartnerinnen hatte spontan das Gefühl gehabt, die Nabelschnur habe sich um den Hals des Babys gewickelt und würde es ersticken.

In diesem Fall könnte Ihnen zum Beispiel die Hebamme sagen, dass Sie sich gar keine Sorgen machen müssen, denn das Baby wird durch die Nabelschnur versorgt – es atmet noch nicht in ihrem Bauch. Und gleichzeitig hätte Ihre Hebamme vielleicht einen Hinweis, wie sich die Geburt unter Umständen entwickeln könnte, denn die Nabelschnüre können sehr unterschiedlich lang sein. Das hat zwar keinen Einfluss auf die Versorgung des Babys während der Geburt, kann aber ein Grund sein, warum es nur schwer oder sehr langsam nach unten kommt.

Genießen Sie die Zeit … 🙂 und halten Sie Ausschau nach einer guten Hebamme 🙂

{ 2 comments… add one }
  • Dieser Beitrag zeigt mal wieder sehr schön, wie ähnlich doch Träume und begleitete Bilder sind. Ich denke, man kann beide nicht pauschal deuten, das wirklich Aufschlussreiche ist die Geschichte dazu. Und wenn die Hebamme aufgeschlossen und einfühlsam ist, kann sie mit der Schwangeren zusammen unter Umständen die Geschichte zum Traum zum Vorschein bringen. Gerade die Schlange kann so unterschiedliche Geschichten in sich tragen …
    Das Sprichwort der Apachen trägt da sehr viel Weisheit in sich!
    lg Sabine

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