Alleingeburt – Unassisted Childbirth

by dg-d

schwanger

© templermeister / PIXELIO

Nachdem ich  im letzten Jahr die Anfrage einer Frau erhielt, ob ich sie bei ihrer Alleingeburt begleite bin ich ins Grübeln gekommen. Vor kurzem tauchte der Gedanke daran wieder auf und ich habe zu dem Thema recherchiert. In Deutschland ist es noch weitgehend unbekannt, was aber sicher auch daran liegt, dass es vielen Menschen hier unvorstellbar ist ohne medizinisches Personal entbunden zu werden.

Raimund hat in den letzten Tagen über das Zusammenspiel der Hormone während der Geburt (Geburt ist mörderisch) berichtet. Dieses Zusammenspiel ist sehr anfällig für Störungen. Die Befürworter der Alleingeburt argumentieren mit dem Schutzmechanismus, den jede Gebärende von Natur aus hat: bei Störungen während der Geburt schüttet der Körper Adrenalin aus und die Geburt „stoppt“. Ist sie nun alleine, können Störungen von außen vermieden werden.

Hier noch ein Zitat aus einem Internetblog :

Es gibt nichts zu tun bei einer Geburt, außer es mit mir geschehen zu lassen. Ich darf mich bewegen, tönen, im Wasser sein, trinken, Musik hören, ich darf meine ganz eigene individuelle Geburt für mich und mein Baby gestalten und erfahren. Niemand kann mir dies abnehmen, auch keine noch so gute Hebamme. Eine Hebamme würde mich in diesem heiligen Prozess stören, indem sie mir sagt wie weit die Geburt ist, was passiert oder auch nur weil sie anwesend ist und ihre Energie im Raum ist. Diese Symbiose zwischen mir und meinem Baby soll nicht gestört werden. Ich kenne meinen Körper am besten und weiß genau was er braucht und was ihm gut tut. Ich horche in mich hinein und lasse es geschehen, völlig im Vertrauen in die Kraft in mir.“

Mich interessierte auch die rechtliche Situation in Deutschland. Dabei bin ich zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  1. §4 des Hebammengesetzes sagt nur, dass jeder Arzt dafür Sorge tragen muss, dass zu jeder Geburt eine Hebamme hinzugezogen wird.
  2. Strafrechtliche Konsequenzen wird eine Alleingeburt haben, wenn es zu Komplikationen kommt, bei dem das Kind verstirbt oder Behinderungen die Folge sind. Dann werden die Eltern einen Prozess wegen unterlassener Hilfeleistung, fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung zu erwarten haben.

Die wohl bekannteste Befürworterin der Alleingeburt ist Laura Kaplan Shanley, die Autorin des Buches “Unassisted Childbirth”.  Shanley hat alle ihre 4 Kinder ohne medizinische Hilfe entbunden, eines davon war sogar eine Steißgeburt.

Dieser Artikel stammt von ...

– Autor von 67 Artikeln auf Das Schwangerschafts-Erlebnis.

Mein Name ist Dorothee Gaupp. Ich lebe im Norden des Ruhrgebiets, in der kleinen Hansestadt Dorsten. Dort arbeite ich seit einigen Jahren als Geburtsvorbereiterin und Doula. Schon vor meiner Ausbildung habe ich mich sehr für die Themen Schwangerschaft und Geburt interessiert. Nach der Geburt meines ersten Kindes 1991 hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Als Mutter von 4 Kindern, werde ich oft um meinen Rat gebeten. Darum habe ich nach der “Babypause” meine Ausbildung bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung gemacht. Als Geburtsvorbereiterin möchte ich den werdenden Eltern genug Informationen zur Verfügung stellen, damit sie ihre Geburt selbstbestimmt gestalten können. Es soll ein Erlebnis werden, dass sie als positive Erinnerung im Gedächtnis behalten. Zusätzlich besteht das Angebot die Geburt als Doula zu begleiten. Nach der Geburt treffe ich “meine” Paare oft in meinen Eltern-Kind-Kursen wieder. So dass ich sie durch das ganze erste Lebensjahr begleite. Eine schöne Erfahrung für beide Seiten!

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