Will mich jemand?
Schweinezyklus – dieser Begriff lief mir vor etlichen Jahren zum ersten Mal über den Weg. Ein türkischer Bekannter erklärte ihn mir am Beispiel seiner Landsleute, die damals anfingen Dönerbuden überall aus dem Boden schießen zu lassen.
Das Manager Magazin erklärt ihn so:
“Ein Schweinezyklus liegt vor, wenn viel Schwein angeboten wird, das niemand will nach einer Zeit, in der viel Schwein nachgefragt, aber kein Schwein angeboten wurde.”
Was das mit Schwangerschaft zu tun hat?
Ersetzen Sie Schwein durch Babyausstattung, Gipsabdruck, Online-Shop oder eines der anderen, hier in der letzten Zeit vorgestellten Themen. Viele Gründungsideen, die in Schwangerschaft und Babyzeit entstehen, haben auch selbige zum Thema. Wie viele Anbieter gibt es schon für Ihre Idee? Wie viele sind vielleicht gerade jetzt ebenfalls am Planen und Webshop einrichten?
Ich will ganz sicher nicht einfach nur mies machen – aber zum Nachdenken und genauer Überlegen anregen. Was könnte mein Alleinstellungsmerkmal sein? Womit unterscheide ich mich vom Rest? Wie kann ich dieses ‘Baby’ auf wirtschaftlich solide Füße stellen? Was gehört an betriebswirtschaftlichem KnowHow dazu? Habe ich das oder wo bekomme ich es her? Eine erste Informationsquelle kann das BMWi sein.
Und was das nun mit Hormonrausch zu tun hat? Nun – ich war selbst zweimal in diesem Hormonrausch und habe die Erfahrung gemacht, dass frau sich eine Zeitlang freiwillig und begeistert in die Babywelt stürzt. Bei mir ist das etliche Jahre her und aus meiner heutigen Sicht darauf erlaube ich mir die Frage:
“Wie lange wollen Sie sich mit Baby und Schwangerschaft beschäftigen?”
Es gibt Frauen, die darin ihre wahre Berufung entdecken und darin aufgehen. Es gibt aber auch Frauen, die insgeheim doch eine legitime Sehnsucht nach anderen Themen in sich tragen. Und es gibt noch mehr Männer, die wenig Lust haben, sich über das Kleinkindalter des eigenen Nachwuchses hinaus noch mit Schwangerschaft, Geburt und Baby zu beschäftigen – auch dann nicht, wenn es vielleicht ein Zusatzeinkommen darstellt.
Doch Eins nach dem Anderen – zunächst der Wunsch nach anderen Themen. Wenn er offensichtlich ist, dann erübrigt sich das Weiterlesen wahrscheinlich schon fast. Oft ist dies jedoch nicht der Fall, wird durch besagten Hormonrausch überdeckt. Dann hilft es, wirklich aufmerksam in sich hinein zu lauschen und genau zu überlegen. “Bin ich ein Mensch, der sich schnell für eine Idee begeistern kann und sie genauso schnell fallen lässt?” Dann sollte ich vielleicht von Anfang an breiter fächern, um umdisponieren zu können, wenn ich feststelle, dass ich jetzt genug von Schwangerschaft und Babys habe. Beziehungsweise das Thema gar nicht übermächtig werden lassen und so immer genug Abwechslung zu haben. Wer beispielsweise Karten herstellt, kann auch Geburtstagsmotive, Weihnachtskarten oder Hochzeitskarten ins Sortiment aufnehmen.
Und wenn der Mann nicht mitzieht?
Dann gilt es auch hier zu klären, was eine für beide Seiten akzeptable Lösung sein könnte und welche Befürchtungen im Spiel sind, beispielsweise in Zwiegesprächen. So kann auch das ‘Geschäftsidee-Baby’ die Beziehung bereichern, anstatt sie in ein Gegeneinander oder Nebeneinanderher zu verwandeln. Denn Unterstützung kann eine junge Mutter und eine junge Unternehmerin gar nicht genug kriegen.















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Es gilt wie immer: Entwicklung ist Trumpf! Nicht festhalten, sondern weitergehen. Im Volksmund heißt es: Das Gute ist der Feind des Besseren …
Im Grunde geht es meiner Ansicht nach darum, das Thema zu finden, nicht den Titel. Das Thema kann die Kunst sein und ein Titel mag die Bauchabformung sein. Das Thema kann Unabhängigkeit sein und der Titel ein Webshop mit Babysachen. Solange man Freude an Bauchabformungen oder Babysachenverkauf hat und sich hier auch weiterentwickeln kann, ist alles gut. Doof wird es, wenn man daran festhält, weil man nichts anderes weiß – aber das ist viel weniger ein Schwangerschafts-, denn ein persönliches Entwicklungsproblem.
Der Vorteil der Schwangerschaft ist nun mal dieser enorme Zuwachs an kreativer Energie und diese Zeit als eine Art Start (oder Rutsch-)Bahn zu nutzen liegt einfach auf der Hand. Früher mussten jung vermählte all ihre Kraft in den Bau eines eigenen Nestes (= einer überlebensfähigen Existenz) stecken. Das ist heute nur noch in seltenen Fällen so und deshalb steht diese gesamte Energie zur persönlichen Entwicklung zur Verfügung – ein eindeutig positiver Umstand während der anderen Umstände …
rk-f
Ich bin auch der Meinung, dass man vor allem dann Schwierigkeiten bekommen wird, wenn man, anstatt sich auf ein grundlegendes Thema festzulegen, versucht seinen Aufgabenbereich von Anfang an ganz genau einzugrenzen. So bleibt kein Raum mehr, sich zu entwickeln und auch wenn die Prioritäten sich einmal verschieben, weiter in diesem Bereich zu arbeiten. Nur wer es schafft, dieses Thema, von dem klar ist, dass es einen auch über einen größeren Zeitraum begeistern kann, zu finden, der kann in diesem Bereich auch dauerhaft glücklich werden.