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Religion(en) als Hemmschuh

Es ist immer wieder erstaunlich, aber Religionen spielen in unserem Leben eine viel größere Rolle als die meisten Menschen glauben – selbst bei denen, die sich selbst für nicht sehr religiös halten. Wir alle haben dunklere Stunden, in denen sich ganz plötzlich offenbart, was wir wirklich tief in uns denken.

Die Geburt kann eine dieser dunklen Stunden sein – und ist es auch gerne dann, wenn zum Beispiel auf eine Geburtsvorbereitung verzichtet und das Thema Geburt bis zum letzten Moment ausgeblendet wurde – weil vielleicht der Gedanke an die Wehen, das Schreien und die Geburt so unerträglich schien.

Nun habe ich vor ein paar Tagen hier einen Artikel veröffentlicht, der sich an das Bibelzitat anlehnte, in dem es heißt, die Frau solle unter Schmerzen alle ihre Kinder gebären. Dazu erhielt ich einen Brief von Dr. Julia Mannherz, den ich gerne hier veröffentliche:

Unter Schmerzen sollst du …

Dr. Julia Mannherz, HypnoGeburt

Dr. Julia Mannherz, HypnoGeburt

Der Glaubenssatz „Geburt ist schmerzhaft.“, der u.a. durch dieses Bibelzitat ausgelöst und über  Generationen weiter gegeben wurde, ist immer noch tief in unserem christlich-geprägten Denken verwurzelt und hat einen immensen Einfluss darauf, was eine Schwangere von ihrer Geburt erwartet.

Leider gibt es noch viele andere Faktoren, die das Frauenbild seit der Christianisierung negativ geprägt haben. Man denke nur an die Hexenverbrennung- wer weiß wie viele Hebammen („Kräuterfrauen“) darunter waren, denen es im Mittelalter verboten wurde, Schwangeren bei der Geburt beizustehen. Die gebärenden Frauen wurden komplett allein gelassen. Ärztliche Hilfe war verboten, da sie ja offensichtlich schmutzigen, sündhaften Sex gehabt hatten. Kein Wunder dass unter solchen Bedingungen eine Geburt mit Todesangst und Panik in Verbindung gebracht wurde!

Aber wie auch immer – es wird Zeit umzudenken! Eine Geburt ist eine Feier des Lebens! Eine gesunde Mutter mit gesundem Baby im Bauch kann eine angenehme, positive Geburtserfahrung erleben, wenn sie entsprechend vorbereitet und von ihrer Umgebung unterstützt wird; und wenn man ihren Körper so arbeiten lässt, wie es die Natur eingerichtet hat. Davon bin ich nicht nur überzeugt, sondern ich habe es selbst erlebt.

Warum sollte die Gebärmutter der einzige Muskel des Körpers sein, der bei Anstrengung traumatisierende, unerträgliche Schmerzen verursacht?

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Julia Mannherz

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