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Unter Schmerzen sollst du …

Schreiendes Neugeborenes (Bildquelle: Fotolia.de)

„Viel Mühsal bereite ich dir, so oft du schwanger wirst. Unter Schmerzen wirst du deine Kinder gebären. Du wirst nach dem Mann verlangen, er aber wird herrschen über dich.“

Die Unterwerfung der Frau unter den Mann wurde gedeutet als ein spezifischer und unentrinnbarer Fluch Gottes und nicht nur als Beispiel wie die Härten des Lebens sich als Strafen für Sünden erweisen, nämlich so wie Adam von nun an im Schweiße seines Angesichtes die Erde bearbeiten muß (Gen 3, 17-19).“

Ehrlich jetzt: Wer mag sich einen Gott vorstellen, der so klein und rachsüchtig ist wie dieser hier? Ein Gott der diese eine Frau und alle ihre Nachfahren über alle Generationen aller Zeiten hinweg bestraft, nur eines Verbotsübertrittes wegen, dessen Sinn ohnehin in Frage steht? Nur weil Sie als Frau geboren wurden, sollen Sie dafür bestraft werden, was (vielleicht) in grauer Vorzeit eine andere Frau getan hat? Glaub ich ned!

Vielmehr glaube ich, dass, wie so oft in der Geschichte der Menschen, sich Meinungsführer eine Geschichte zunutze gemacht haben, um ihre Autorität zu unterstreichen. Was zugegeben heute in Zeiten des WWW ein bissel schwieriger geworden ist. Aber wenn Sie sich kurz vorstellen, wie bildhaft die Menschen noch vor hundert Jahren dachten, ist schnell einsichtig, dass es für einen einigermaßen geübten Rhetoriker leicht war, den Fokus der auf Bilder von Qualen einer scheinbaren Strafe zu richten, statt auf deren Sinn – so es einen gibt!

Einen sehr lesenswerten Artikel hab‘ ich hier im Mamiweb gefunden. Die Autorin schreibt, dieses Bibelzitat sei falsch übersetzt und müsse eigentlich lauten:

mühselig sollst du gebären.

Was jetzt schon wieder viel sinnhafter ist und mit Strafe schon mal gar nix zu tun hat, sondern mit Vorstellung.

Wie neulich schon einmal hier gesagt: Sie werden staunen, wie schnell ihr Baby wachsen wird. Schon nach sehr kurzer Zeit wird es Ihnen sehr sehr schwer fallen, sich vorzustellen, dass Ihr Baby, dass doch erst zwei oder drei Monate alt ist, mal in Ihren Bauch gepasst hat. Und genauso war es mit den Menschen früher: Es fehlte ihnen schlicht an Vorstellung, wie ein so „riesiges“ Kind in einem so kleinen Bauch gewesen, und durch einen noch viel kleineren Ausgang herauskommen konnte. So war die Vorstellung einer mühseligen (pardon: schmerzhaften) Geburt naheliegend … wenn nicht gar zwingend.

Es gibt neben vielen anderen Punkten, vor allem einen wesentlichen Unterschied zwischen Ihnen heute und den Frauen von damals aus der grauen Vorzeit (die oft gar nicht so ungebildet waren, wie sich das mancher heute vorstellt): Es gibt heute eine zentrale Vorstellung davon, was möglich ist, wenn sich eine Frau intensiv und gut auf die Geburt vorbereitet. Übrigens auch das geht sehr gut aus dem erwähnten Artikel vom Mamiweb hervor.

Es liegt zu einem sehr großen Teil an Ihnen, ob Sie leiden werden oder loslassen und genießen können …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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