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Nur Kinder, kein Papa bitte!

Warum sollte eine Frau nicht auch das Recht haben, schwanger zu werden, ohne einen Mann dazu haben zu wollen?

Warum sollte eine Frau nicht auch das Recht haben, schwanger zu werden, ohne einen Mann dazu haben zu wollen?

Klingt wie eine Bestellung im Restaurant: „Geschüttelt, nicht gerührt.“ Und auf gewisse Weise ist das auch so, wenn Frau beschließt, Kinder zu haben – aber keinen Mann.

Wie wirkt das auf Sie, ein Kind aber keinen Papa dazu zu wollen?

Wenn es vielleicht ein über alle sozialen Schichten hinweggehendes Merkmal unserer heutigen Zeit gibt, dann ist es der Wunsch, einen ganz eigenen, persönlichen, individuellen Lebensentwurf zu haben und umzusetzen:

„Schau’n Sie, irgendwie ist das nicht so mein Ding mit den Männern. Die, die ich bis jetzt kennengelernt habe, waren alle Recht nett, aber mit keinem von denen wollte ich mein Leben teilen und eine Familie gründen. Denen war ich allen zu unabhängig. Und um Kinder zu kriegen, brauche ich keine Männer, nur deren Samen …“

Durchgeknallte Emanze? ‚Ne Kampflesbe auf’m Selbstverwirklichungstrip? Glaube ich nicht!

Pech mit Männern, Gleichgeschlechtlichkeit, Unabhängigkeit – das sind mal nur drei Beispiele, warum eine Frau den Besuch einer Samenbank in Erwägung zieht, statt der herkömmlichen Bienchen-und-Blümchen-Befruchtungsgeschichte.

Freilich ist das in Deutschland (mal wieder) nicht so einfach – schon gar nicht ohne Partner. Aus meiner Familie ist mir ein Fall bekannt, bei dem die Frau nach einem Schwangerschaftsabbruch verklebte Eileiter zurückbehalten hatte und daher nicht schwanger werde konnte. Sie wollte eine Operation, aber der behandelnde Prof. sagte nur unter der Bedingung zu, dass sie heiraten würde …

Was es in Deutschland so problematisch macht, sich Samen aus der Samenbank zu besorgen und sich künstlich schwängern zu lassen, ist die Idee (oder das Problem?) der Leihmutterschaft: Eine Frau stellt einer anderen Frau ihren fruchtbaren Körper zur Verfügung, das heißt, sie empfängt durch eine künstliche Befruchtung, trägt das Kind aus und überlässt es nach der Geburt der bestellenden Frau. Das genau ist in Deutschland verboten.

Das heißt, es ist eigentlich nicht verboten, denn weder die auftraggebende Frau noch die Leihmutter können dafür bestraft werden – wohl aber die Ärzte, die die künstliche  Befruchtung unter dieser Prämisse vorgenommen haben. Tja, wir Deutsche sind da schon ein bissel komplizierter …

Das ist aber keineswegs auch im europäischen Ausland so. Es gibt Länder, in denen diese Leihmutterschaft auch verboten ist, es gibt Länder, in denen es gar keine Regelung gibt und es gibt Länder, in denen das kein Problem ist. Eine Übersicht dazu finden Sie hier in einer Aufstellung des Max-Planck-Instituts.

Nun geht es in dem hier angerissenen Fall aber gar nicht um Leihmutterschaft, sondern darum, schwanger werden und ein Kind bekommen zu wollen, ohne den dazu notwendigen Vater mit ins Boot holen zu müssen – und, offen gestanden, ich finde das großartig! Prinzipiell geht das in Deutschland, denn, wie schon geschildert, handelt es sich ja nicht um eine Leihmutterschaft. Warum also nicht?!

Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich nicht zuletzt Männer aus Furcht daran stoßen, sie könnten plötzlich zu reinen Melkobjekten werden: Man zapft ihnen ein bissel Samen ab, prüft ihn auf genetische Mängel und reicht ihn dann an solche Frauen weiter, die Mütter werden wollen ohne Partnerschaftszwang. Tja, das Leben kann so gemein sein 🙂

Ein Kind auf diese Weise zu bekommen ist nicht immer ganz folgenlos – das sollte hier auch erwähnt sein: Manchesmal stürzen erwachsen gewordene Kinder in eine tiefe Krise, weil sie ihren Papa ausfindig machen wollen, ohne es zu können. Gut, aber, sein Sie mir da nicht böse, ein bissel Robustheit muss man im Leben schon von jedem verlangen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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