≡ Menu

Der Augenblick nach der Geburt

Alleine ihnen beim Schlafen zuzuschauen ist wunderbar!

Als meine Schwester und ich noch klein waren, hatten wir an Weihnachten immer einen klaren Plan, wie Heiligabend ablaufen würden. Irgendwann nachmittags wurden wir nacheinander in die Badewanne gesteckt, während unser Vater ins Wohnzimmer ging und hinter sich abschloss. Nachdem wir dann geschniegelt und gestriegelt waren, gab es die obligatorischen Kottelettes und Kartoffelsalat – unser Weihnachtsklassiker. Irgendwann klingelte dann ein Glöckchen, und wir gingen ins Wohnzimmer, wo uns Wärme, flackernde Kerzen auf dem Christbaum und sprühende Wunderkerzen mit dem Magnesiumgeruch empfingen. Unterm Weihnachtsbaum lagen dann immer – zwischen den Geschenken – sowohl für meine Schwester als auch für mich jeweils ein Marzipanbrot. Es war immer das gleiche Ritual, jedes Jahr – und doch war es immer etwas ganz Besonderes.

Jede Schwangerschaft dauert in etwa gleich lang – und doch sind keine zwei gleich. Jedes Kind wird geboren, und doch sind es keine zwei gleichen Geburten, keine zwei gleichen Kindern, keine zwei identischen Erlebnisse. Jedes ist gleichermaßen universal und absolut individuell.

So merkwürdig es klingt, ich weiß nicht, wieviele Geburtsberichte ich mittlerweile schon gelesen habe, sie berühren mich dann doch immer wieder. Hier mal eine kleine Kostprobe:

“ […] Oh Mensch, ich dachte teilweise, ich schaffe das nicht mehr und mir war schlecht und ich war auch wütend und wollte nicht mehr … aber es musste ja raus! Und das wollte ich auch, so dass ich alle meine Energien mobilisiert habe und dieses Kindchen aus mir rausgeschoben habe … und dann lag es da, auf dem Tuch vor uns. Ich höre noch Franks Stimme in meinem Ohr „Guck mal, unser Baby, unser Baby, die Fingerchen und wie klein und sieh´mal, da ist es, das ist unser Baby … “

Ach ja, es war der schönste Moment, den ich je erlebt habe! Ich sehe es noch vor mir, dieses kleine Wesen, so bläulich, es bewegte sich, das schwarze Haar klebte am Köpfchen und ich fragte dann irgendwann tatsächlich, ob ich es nehmen darf (*tse). Ich hob sie hoch und es war ein so tolles Gefühl, sie an meiner Haut zu spüren, diesen kleinen Körper, der so schwer auf meinen Armen ruhte. Ich drückte sie ganz fest an mich, ganz fest! Und ich war so stolz und glücklich – Unser Baby war da! Endlich!!! Ich bin dann in mein Bett gegangen, das Baby fest im Arm und es war ein irres Gefühl, im eigenen Bett zu liegen! […]“

Ich bin ganz sicher, wenn Sie jetzt gerade schwanger sind, egal ob zum ersten oder Xten Mal, sie werden auch schon etliche Geburtsberichte gelesen haben – und irgendwie sind sie alle wunderschön, nicht wahr? Wie sagen die Hebammen? „Raus kommen sie immer“ und doch ist dieser Moment unmittelbar nachdem das Kind geboren wurde, egal ob in der Klinik oder zu Hause, egal ob im Auto oder im Geburtshaus, es ist ein magischer Moment. Lange Monate gehen urplötzlich zu Ende. Die Schwangerschaft ist vorbei und das Kind ist da.

Wenn Sie jetzt gerade schwangers sind, vielleicht zum ersten mal: Genießen Sie die Zeit … 🙂 Sie geht so schnell vorbei 🙂

PS: Der Ausschnitt stammt aus „Lenas Geburt“ von Larimar Hausgeburten

{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

Next post:

Previous post:

Passwort aendern
Bitte Deine Email-Adresse eingeben. Ein neues Passwort wird Dir per Email zugeschickt.