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Wo zwei von euch …

Wie groß schätzen Sie die Chance, dass Ihre Beziehung den ersten großen Sturm übersteht?

Wenn in einer Beziehung beide das gleiche wollen, ist alles in Butter. Das ist wie ein See am frühen Morgen, wenn die Oberfläche spiegelglatt ist. Nichts was die Harmonie trübt. Das ist zum Beispiel dann so, wenn sie ein Kind will und er auch. Und sie dann schwanger geworden ist. Da ist die Freude riesengroß, die Harmonie erinnert an den ungetrübten, spiegelglatten See.

Manchmal aber zieht ein Wind auf und kräuselt die glatte Obefläche. Er will ein Kind, sie will aber lieber noch warten. Oder umgekehrt. Keine ernste Sache, aber kann ernst werden. Ich kenne einen Fall, bei dem sie ein Kind wollte, er nicht. Aber sie wollte unbedingt – ohne wenn und aber und wenn nicht von ihm, dann von einem anonymen Samenspender. Sie können sich vorstellen, wie sehr sich die ruhige Oberfläche unseres imaginierten Sees kräuselte.

Manchmal aber wirft jemand einen richtig großen Backstein in den See und verursacht heftige Wellen. Sie ist schwanger, beide wollen das Kind – er drängt auf möglichst viele Pränataldiagnostiken, sie schreckt davor zurück, weil sie dadurch keine Fehlgeburt auslösen will. Oder, noch viel schlimmer, eine Genanalyse zeigt, dass das Embryo einen Gendefekt hat und das Kind geistig und/oder körperlich behindert zur Welt kommen wird. Er will dieses Kind auf keinen Fall, sie aber doch – vielleicht schon deshalb, weil sie der Analyse nicht traut und ihr Gefühl ihr sagt, alles sei in Ordnung.

Das sind jetzt wirkliche Probleme. Ernsthafte Beziehungskrisen, die bis tief nach innen gehen. Das ist der See, der unruhig hin und herschwappt und Wellen ans Ufer schickt.

Was kann man tun? Nun, natürlich gibt es die Schwangerenkonfliktberatung. Die haben eine Menge Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen. Aber so oder so wird es zu einer Entscheidung kommen. Kommen müssen. Und, ja die Männer haben da einfach die schlechteren Karten. Es gibt keine Möglichkeit, sich gegen die Entscheidung der Schwangeren durchzusetzen. Sie will das Kind, sie bekommt es und er muss seinen Beitrag leisten. Ob er das will oder nicht. Sie will das Kind nicht, und niemand kann das verhindern. So lange sie in der legalen Zone ist, kann niemand einen Schwangerschaftsabbruch verhindern, wenn sie sich dazu entschlossen hat.

Unfair?

Ja, vielleicht. Aber wenn ich mich umschaue und sehe, wieviele Frauen ihr Kind alleine großziehen weil deren Männer sich aus dem Staub gemacht haben und dann auch noch mit allen Mitteln verhindern wollen, überhaupt einen Unterhalt zu bezahlen, dann weiß ich nicht wie ich das nennen soll! Ich habe einen Fall selbst erlebt, wo der Mann, mehrfacher Millionär, sogar sein gesamtes Vermögen zum einen Teil seiner neuen Liebschaft überschrieben hat, und den anderen in einen Konkurs hat fallen lassen, nur um zu verhindern, dass seine Ex und der gemeinsame Sohn auch nur irgend eine müde Mark bekommt. Nein, das Risiko schwanger zu werden, ist bei der Frau um ein vielfaches höher als bei Männern, ungewollt Vater zu werden. Ich denke mal, die Chancen sind – am Ende – dann doch fair verteilt.

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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