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Gott, ja, die Hebammen!

Es liegt in Ihrer Hand, Ihre Schwangerschaft zu etwas Einzigartigem zu machen

Hebammen haben ein gesetzlich geschütztes Monopol in Sachen Geburtshilfe. Eigentlich leiten Sie die Geburt, nicht der Gynäkologe. Und wenn ich Recht informiert bin, haben Hebammen mittlerweile ein Monopol auf krankenkassenfinanzierte Geburtsvorbereitungskurse. Wenn Doulas einen solchen Kurs anbieten, müssen schwangere Teilnehmerinnen dafür in die Tasche greifen, wenn Hebammen den gleichen Kurs anbieten, wird er für die Teilnehmerinnen von der Krankenkasse bezahlt. Kann sein, dass die privaten Krankenkassen da andere Regelungen haben, aber das ist nicht der Punkt.

Was machen denn die Hebammen nun mit diesen beiden Pfründen? Bringen Sie Inovationen in Sachen Dienstleistungen? Entwickeln Sie Kooperationen mit externen Könnern? Sorgen Sie für ein flächendeckendes Bewusstsein Ihrer Fähigkeiten, Leistungen und Angebote? Nickesse!

Zur Zeit recherchiere ich in Sachen Geburtsvorbereitung das Thema Bauchtanz. Bauchtanzen hat je nach Typ Frau sehr interessante Aspekte – sowohl im Hinblick auf Geburtsvorbereitung als auch im Hinblick auf Spaß, Lebensfreude, Körperbewusstsein, ja, und auch Erotik. Die Idee, um die es mir geht, ist, Voraussetzungen in der Geburtsvorbereitung zu finden, die die Teilnehmerinnen derart begeistern, dass sie selbst einen großen Drang verspüren, ihre Übungen zu Hause zu machen. Nicht einmal oder zweimal, damit sie nur ja ein bissel vorbereitet sind für die nächste Übungsstunde. Nein, der persönliche Drang die Übungen zu machen, sollte im Idealfall so groß sein, dass sie selbst aus schierem Vergnügen die Bewegungen und Übungen dauernd machen wollen.

Nun habe ich vor ein paar Tagen eine wirklich interessante mail von einer Bauchtanzlehrerin bekommen. Sinngemäß schrieb sie, dass sie selbst eher die Finger von Schwangeren weglässt, weil man in Sachen Geburtsvorbereitung doch auch einiges falsch machen kann (Stichwort: Bauchtanz reicht als Geburtsvorbereitung nicht aus). Die Essenz ihrer Betrachtung liegt in dieser Passage:

Wirkliche Geburtsvorbereitungskurse können nur Hebammen anbieten. Andersherum können „wirkliche Bauchtanzkurse” nur von Dozentinnen für orientalischen Tanz angeboten werden.

Und was spricht folglich dagegen, beides zusammenzubringen? Im Grunde müsste die Initiative, sich nach externem Expertenwissen umzusehen und mit den eigenen Kenntnissen in Sachen Geburt zu vermischen, von Hebammen ausgehen. Wozu sonst sollte eine gute Geburtsvorbereitung da sein, wenn nicht dazu, der Gebärenden dabei zu helfen, ein wunderbares Geburtserlebnis haben zu können – oder doch wenigstens, wenn es aus unvorhersehbaren Gründen nicht ganz so gut läuft, ein komplikationsfreies Geburtserlebnis zu haben? Hier nochmal diese (Bauch-)Tanzlehrerin:

Natürlich ist Bauchtanz bestens geeignet, Schwangere auch bei wachsendem Bauchumfang in Bewegung zu halten, er kann Verspannungen lösen, Ideen für eine leichtere Geburt geben, wehenfördernd eingesetzt werden und und und …

Nun, die Crux dieser Idee liegt ja nun nicht darin, als Hebamme schnell mal einen Kurs in Sachen Bauchtanz zu machen und dann die Elemente halt mitzuverwenden. Sinnvoll wäre vielmehr, mit externem Wissen zusammenzuarbeiten, zu kooperieren. Stattdessen aber findet sich dann eher entweder eine Bauchtänzerin, die als neues Geschäftsfeld die Schwangeren entdeckt und dabei ihre eigenen Kenntnisse in Sachen Geburtsvorbereitung überschätzt, oder aber Hebammen, die eine Geburtsvorbereitung anbieten, in die sie eher schlecht als Recht Bauchtanzelemente einbringen. Und ist das etwa professionell?

Klar, prinzipiell habe ich mich aus den geschäftlichen Belangen von Hebammen herauszuhalten. Gut, akzeptiert. Mir geht es aber gar nicht um die Hebammen. Mir geht es um die Schwangeren!

Sie sollten, wenn Sie schwanger sind, genau hinschauen, was man Ihnen anbietet und nicht blind annehmen, was man Ihnen vorsetzt. Geben Sie auf sich Acht! Seien Sie kritisch und verlangen Sie nicht weniger als das beste!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 1 comment… add one }
  • hallo,

    es gibt immer wieder einige hebammen, die bauchtanz in der schwangerschaft oder zur rückbildung anbieten, zum teil, weil sie selbst seit jahren aktiv tanzen.
    leider werden solche kurse kaum gebucht und finden daher nur äußerst selten statt.

    für die hebamme, als nicht gerade billige fortbildung, also unrentabel.
    es geht ja bei ihr nicht um den spaß an der freude, sondern um die eigene existenz.
    würden schwangere öfter nach solchen kursen fragen, wäre sicher auch ein angebot da.

    muß ehrlich gestehen, mir ist der schluß des textes etwas rätselhaft.
    sowohl fortgebildete bauchtänzerinnen, als auch fortgebildete hebammen machens nicht richtig… – ja und wer dann?

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