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Hunger nach Zärtlichkeit

Schwangere, die zärtlich auf den Hals geküsst wird (Bildquelle: Fotolia.de)

Man trifft sich, interessiert sich füreinander, küsst sich zum ersten mal und, na ja, dann kann man kaum noch voneinander lassen – ich nehme an, Sie kennen das. Aber … jeder Berg hat nur einen Gipfel und irgendwann kommt vielleicht ein Punkt, an dem sich alles ändert. Manchmal weil ein Baby in Anmarsch ist. Hormonumstellung, wie es heißt. Auf ihrer Seite – nicht auf seiner.

Nach einer Weile, so heißt es oft, kommt das Verlangen nach Zärtlichkeit auf ihrer Seite wieder zurück – nur: jetzt isses auf seiner Seite weg. Was jetzt?

Sie glauben nicht im Ernst, das darüber reden etwas ändert? Sind Sie schon mal mit jemanden aus Vernunftgründen ins Bett gegangen? … !

Heute hab ich einen wirklich netten Blogbeitrag von Pot Luck Mama gelesen über eine Erinnerung aus einer Zeit, in der sie mit ihrem Mann in Afrika lebte. Für die, die nicht so gut mit Englisch unterwegs sind: Sie beschreibt, wie sehr ihr auf einmal nach Zärtlichkeit war. Sie versuchte ihren Mann mit kleinen Hinweisen darauf aufmerksam zu machen. Wenn sie stritten, machte sie ihm das zum Vorwurf. Sie malte sich aus, auf welche Weise er sich um sie bemühen könnte, wenn er doch nur wollte, etc. Eines Tages, auf dem Weg in die Stadt, ging ihr plötzlich ein Licht auf:

Wenn ihr nach Romantik war, dann war sie es, die etwas Romantisches unternehmen musste!

Sie fand einen Laden, in dem sie Rosenblätter kaufen konnte, die sie dann überall im Haus verstreute …

Das ist eine der merkwürdigen Sachen, die in Beziehungen oft stattfinden: Männer sind gerne eine Art Jäger, aber wenn sie einmal die Lust an ihrer Beute verloren haben, werden sie das von sich aus eher so lassen … Wenn Sie das also gerne anders haben möchten, werden Sie die Initiative ergreifen müssen.

„Klar,” denken Sie vielleicht, „damit der Pascha noch fauler wird,” und, klar, Sie haben Recht – nur: was nützt ihnen das? Wenn sich Beziehungen, gerade während der Schwangerschaft, in definierten Rollenspielen verlieren, können Sie sie auch gleich an den Nagel hängen. Verführung kann anstrengend sein – und dauern. Seien Sie nicht gleich beleidigt, wenn er Sie anfangs abweist und glauben Sie nicht, er würde mit Ihnen nur aus Mitleid schlafen. Dem ist nicht so.

Wenn ich eines in meiner Beziehung gelernt habe, dann ist es, dass es zu nichts führt, in einer bestimmten (Denk-)Position zu verharren. Es ist klar, das beide immer wieder ihre Standpunkte aufgeben müssen – nur: einer muss den Anfang machen. Eine wirkliche Partnerschaft, egal ob mit oder ohne Trauschein, hat eine Menge mit Anstrengung zu tun.

Wenn er Ihnen sagt, er habe Angst, das Baby im Bauch zu (z)erdrücken, locken Sie ihn in eine andere Stellung. Wenn er sagt, er fühle sich da irgendwie komisch und ob das Baby im Bauch vielleicht seinen Penis sehen kann wenn er in Sie eindringt, lassen Sie sich was einfallen.

Es ist egal, ob Sie ihm ohne Worte an die Wäsche gehen, ihn beim Essen verführen oder was weiß ich was tun – bleiben Sie am Ball. Wenn es Ihnen gelingt, diese Barriere zu überwinden, haben Sie eine gute Chance, dass Ihre Beziehung lange hält und ihr Baby einen Papa haben wird, der zu Hause wohnt …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 4 comments… add one }
  • Ich denke auch, dass es das wichtigste ist sich immer wieder etwas neues einfallen zu lassen, um die Liebe zu kämpfen, sich auch einfach mal fallen lassen und sich vor dem Partner nicht verstellen. Aber das kann nicht jeder.

  • Ja, sehe ich auch so – wobei ich vielleicht eher dazu neige, zu sagen: „das traut sich nicht jede(r)“. Es ist ja ein bisschen wie das erste mal nackig vor jemandem zu sein – mit all den damit verbundenen Unsicherheiten wie: bin ich nicht zu dick oder oh gott, was denkt der/die jetzt von mir.

    Wenn man sich in eine Partnerschaft wirklich einbringt und nichts zurück hält, liefert man sich ein gehöriges Stück weit dem anderen aus – und kann missbraucht werden. Aber es sind genau die Augenblicke, an denen wir wachsen – egal ob die Partnerschaft das überdauert oder nicht.

    Danke für den Kommentar!

    rk-f

  • Jouphiel

    naja, klar, man muss sich mühe geben und sich einbringen, aber wenn der anderer nichts zurück gibt und selber sich keine Mühe gibt, ist es ganz schön depremierend. Irgendwann hat man ja auch keine Kraft mehr, alles alleine zu machen und zu regeln…

  • Ja, das ist klar – und dann ist wohl auch der Punkt erreicht, an dem man über eine Trennung nachdenken muss …

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