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Die ewig alte Frage: Soll „er“ mit in den Kreißsaal?

Sieht ziemlich cool aus, oder?

Romarad im Kreißsaal

Nein, kein Rennwagen: Ein Romarad im Kreißsaal

Ich weiß eigentlich gar nicht, was das für eine Frage sein soll: Soll der Mann mit in den Kreißsaal? Wenn es einen Grund gibt, dass er da mitgeht, sollte er mitgehen und wenn es keinen gibt, sollte er draußen bleiben. Ein Kind bekommt man nicht zu zweit. Die Frau bekommt das Kind. Punkt.

Aber: Der Mann kann im Kreißsaal wichtige Aufgaben übernehmen und wenn das vorher abgesprochen ist und vielleicht sogar trainiert wurde, dann sollte er unbedingt mitgehen – er würde ja sonst fehlen! Was das für wichtige Aufgaben sind, ist wieder eine andere Sache, aber zum Beispiel schon seine reine Anwesenheit kann der Gebärenden viel Sicherheit geben. Die Möglichkeit, seine Hand zu halten oder zu drücken, sich an ihn zu lehnen, die Zeit zwischen den Wehen liebevoll mit ihm zu verbringen und vieles andere mehr kann einer Frau alles bedeuten. Muss aber nicht.

Und was wenn er mit will, sie ihn aber nicht dabei haben will? Noch mal: Sie bekommt das Kind, nicht er! Sie entscheidet. Was für eine Frage könnte es da geben?

Er sollte mitgehen, wenn er ihr beistehen, wenn er ihr helfen will und sie diese Hilfe auch annehmen will, und er sollte sie so sehr lieben, dass ihm ihr Glück wichtiger ist, als der erste zu sein, der das Baby gesehen hat, wenn sie das nun mal nicht will.

Albert Schweizer hat einmal gesagt, dass selbst in der intimsten und vertrautesten Beziehung jeder Partner sowohl das Recht als auch die Pflicht hat, eine ganz private Sphäre zu behalten – und die des Partners zu respektieren. „Gell, wir sagen uns alles,” sind Schwüre aus der Pubertät, die für Erwachsene ebenso dämlich sind wie das unbändige Verlangen, überall mit dabei sein zu wollen, oder, umgekehrt, den Partner überall dabei haben zu müssen, denn es gilt auch: Wenn sie gerne möchte, dass er sie begleitet, er das aber nicht will (oder nicht kann), dann hat sie das ebenso zu respektieren – und wenn sie das nicht kann und ihm da Vorwürfe macht, würde ich mir (natürlich ganz persönlich) die Frage stellen, was für eine Form von Liebe und Partnerschaft das sein soll!

Wenn alles gut geht, verleben beide die Zeit der Schwangerschaft miteinander. Das ist genug Zeit, sich miteinander darüber klar zu werden, wie beide die Geburt erleben wollen: Miteinander oder jeder für sich. Schon bei der Frage, an einem Partnerkurs in Sachen Geburtsvorbereitung teilzunehmen lässt sich erkennen, was beide wollen. Will er wissen, ob er helfen kann? Will Sie ihn dabei haben?

Sorgen Sie für klare Verhältnisse. Frühzeitig. Und überprüfen Sie trotzdem gelegentlich Ihre Entscheidungen. Von einem Partner, der im Kreißsaal umfällt, haben Sie nichts und von einem, der nur dabei ist, weil er soll, eben so wenig. Übrigens, als meine Frau und ich uns die Klinik angeschaut haben, in der das Kind zur Welt kommen sollte, wurde ein Film über die Geburt gezeigt. Es wurde tatsächlich jemand ohnmächtig – aber es war kein Mann …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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