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Die Stunde der Wahrheit

Welches Verhältnis haben Sie zu Ihrem Körper und zur Geburt?

Welches Verhältnis haben Sie zu Ihrem Körper und zur Geburt?

Dieser Tage hatte ich ein Gespräch in Sachen Geburtsvorbereitung und wie wichtig die ist, um ein wunderbares und positives Geburtserlebnis zu haben. Hier die Antwort meiner Gesprächspartnerin:

„Ich glaube, dass die Geburtsvorbereitung ein sehr wichtiges Element ist, um eine wirklich schöne Geburt zu erleben, aber, aus meiner Sicht, der wirklich entscheidene Punkt ist, welches Verhältnis eine Frau zu sich selbst und ihrem Körper und dann natürlich zur Geburt hat – abhängig von ihren persönlichen Lebenserfahrungen und ihrer Erziehung.”

Und, ja, ich glaube, dass ich dem rückhaltlos zustimmen kann.

Ein Beispiel: Ich hatte gestern auf der Fanpage bei Facebook den Link zu einem Artikel über das Jahrestreffen der Deutschen Kontinenzgesellschaft in Mannheim aus dem deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Die Deutschen Kontinenzgesellschaft teilte mit, dass Geburt und Schwangerschaft die Hauptursachen von Stuhlinkontinenz sind. Stuhlinkontinenz meint, dass man den Darmausgang nicht mehr richtig kontrollieren kann. Ebenso wie bei Harninkontinenz ist die Ursache meist eine funktionell eingeschränkte Beckenbodenmuskulatur – Folge einer altermäßigen Erschlaffung vielleicht oder eines Dammrisses bei der Geburt.

Soweit so hässlich. Aber worum es mir geht ist der Umstand, dass sich so mancher Dammriss zum einen vermeiden ließe, wenn sowohl die Geburtsvorbereitung gut durchgeführt wurde, zusammen vielleicht mit regelmäßiger Dammmassage, und zum anderen, dass bei entsprechend gut vorbereiteten natürlichen Geburten seltener Dammrisse entstehen.

Sicher, ein Geburtsvorbereitungskurs verhindert noch keinen Dammriss, und eine regelmäßige Dammmassage auch nicht, aber beides zusammen verbessert ihre Chancen ungemein. Warum sollte also eine Frau darauf verzichten? Weil kein Bock? Weil keine Zeit? Weil „ich da unten nicht rummachen will?”

Welches Verhältnis haben Sie zu Ihrem Körper? Wenn Sie keinen Bock für Kurs und/oder Massage haben, kann man Ihnen nicht helfen, wenn Ihnen die Zeit fehlt, überlegen Sie: Wenn Sie denn betroffen sein sollten, werden Sie ganz sicher nicht mit dieser Inkontinenz herumlaufen wollen – denn Sie werden auch nach der Geburt noch Frau sein und intim werden wollen. Spätestens dann werden Sie doch Kurse machen müssen, um die Inkontinenz wieder abzustellen (Heilungschancen bis zu 90%) – wo also liegt da ihr Zeitgewinn? Und wenn Sie aus Scham darauf verzichten, ist es vielleicht Zeit, tief Luft zu holen und über Ihren Schatten zu springen.

Täglich werden knapp 3000 Frauen schwanger, deren Schwangerschaft auch tatsächlich mit einer Geburt endet – für all diese Frauen kommt, früher oder später, die Stunde der Wahrheit, wie weit sie sich auf dieses Erlebnis einlassen können und darauf vorbereitet haben … in freudiger Erwartung oder Ignoranz wird sich dann zeigen. Bis dahin:

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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