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OrgasmicBirth – die dritte

Die DVD "OrgasmicBirth" ist erhältlich bei Doulas in Deutschland e.V.

Die DVD "OrgasmicBirth" ist erhältlich bei Doulas in Deutschland e.V.

„Man muss wissen, wie man loslässt und seinen  Körper arbeiten lässt. Man muss darauf vertrauen, dass alle um einen herum einen akzeptieren, auch wenn man sich völlig gehen lässt.”  (Trish, OrgasmicBirth)

Klingt interessant, nicht wahr? Dieses Loslassen und nicht gegen die Wehen kämpfen ist ein weiterer Schlüssel zu einem sehr positiven Geburtserlebnis.

Was nach meiner Meinung der Film sehr gut herausarbeitet, ist die unterschiedliche Bewertung eines Geburtsverlaufs einmal seitens der Hebammen bei z.B. einer Hausgeburt und den Ärzten in der Entbindungsstation einer Klinik. Auch wenn sich sicher nicht alles von amerikanischen Verhältnissen auf deutsche übertragen lässt, ganz prinzipiell sind die Überlegungen der jeweiligen Klinikleitungen doch die gleichen.

„Als man den Wehenschreiber eingeführt hat, wollte man verhindern, dass allzuoft in den Geburtsverlauf eingegriffen wird, mittlerweile nutzt man ihn fürs Gegenteil.”

sagt Dr. Davies-Floyd im Interview,

„Die Kaiserschnittrate schnellte von 6% bei Einführung des CTG in nur zehn Jahren auf 23% – einfach, weil dieses Gerät zu viele Falschalarme produziert.”

Das Dilemma liegt in der Idee eines Krankenhauses und dem daraus folgenden Risikomanagement. Die Idee eines Krankenhauses liegt ja darin, Kranke aufzunehmen, ihren Zustand zu lindern und durch geeignete Maßnahmen eine Gesundung einzuleiten.

Eine Hebamme begleitet eine Geburt und hat durch ihre Erfahrung gelernt, dass keine zwei Geburten gleich sind. „Jede Frau muss auf ihre eigene Weise und in ihrem eigenen Tempo das Kind zur Welt bringen,” sagt eine Hebamme im Film. Ein Arzt aber kommt aus einer völlig anderen Ecke. Er betrachtet Risikoszenarien, die sich aus Interpretationen vorhandener und statistischer Daten ergeben. Er wird eher dazu neigen, den Geburtsverlauf dieser Statistik anzupassen als umgekehrt, denn das hilft ihm, die Kontrolle zu behalten.

Um die Kontrolle zu behalten, werden gerne all die Maßnahmen eingeleitet, die das übliche Risikomanagement vorsieht: Wehenschreiber, immer noch gelegentlich Intimrasur, Krankenhaushemd, Tropf. Darüber hinaus, weil topmodern, wird über eine Periduralanästhesie gesprochen, um möglichst von vornherein die Wehenschmerzen auszuschalten. Aber dieses Ritual bereitet psychisch eine Gebärende eher auf eine schwere Operation vor, als auf das wundervollste Erlebnis, das sie vielleicht in ihrem Leben haben wird.

„Eine ekstatische Geburt ist das hormonelle Modell von Mutter Natur für alle Frauen,”

sagt Dr. Sarah Bucklay im Film,

„Es ist nicht nur irgendwas, das einige Frauen erleben können. Jede Frau produziert während der Wehen Spitzenwerte an Geburtshormonen. Was wir langsam verstehen, ist, wie wichtig die Geburtsumstände für das ganze Zusammenspiel der Hormone sind. Viele Eingriffe, die in der heutigen Geburtshilfe gemacht werden, reduzieren die Ausschüttung dieser Hormone im Körper einer gebärenden Frau und machen ihre Geburt weniger ekstatisch, weniger angehm, und sogar weniger sicher für sie und ihr Baby.”

Eingriffe in die Geburt haben schon viele Leben gerettet. Sicher. Das Problem aber, so im Film, liegt darin, dass nur 10% aller Geburten Komplikationen mit sich bringen und Eingriffe benötigen – man wendet dieses Modell der Eingriffe aber auf alle Geburten an, auch auf die 90%, die ganz normal verlaufen würden, würde man sie nur ungestört laufen lassen – und stört somit den gesamten Geburtsverlauf. Das hormonale Steuerungssystem kommt nicht mehr zum Tragen, die Wehenschmerzen, die die jeweiligen Ausschüttungen steuern, werden unterdrückt, aus einem spirituellen und unbeschreiblichen Prozess wird ein klinischer Patientenbericht mit der üblichen Abrechung durch die Krankenkassen. Und eine Periduralanästhesie würde den Wehenschmerz fast vollständig ausschalten. Noch einmal Trish aus dem Film nach Ihrer Geburt:

„Während der Wehen musste ich schreien. Es war nicht unbedingt Schmerz, es war einfach alles, so überwältigend, und ich musste es herauslassen. Ich bin mir sicher, dass es sich für einen Außenstehenden angehört haben muss, als ob etwas schreckliches passieren würde, aber es fühlte sich sehr befriedigend an, zu schreien, extrem befriedigend …”

Ich bin kein Arzt, aber die Aussagen, die in dieser Hinsicht im Film gemacht werden, klingen für mich absolut plausibel – und wenn nur die Hälfte davon wahr ist, ist die moderne Geburtshilfe über die Jahre schlicht in die falsche Richtung marschiert.

Die Türken haben ein wunderbares Sprichwort: „Egal wie weit du einen falschen Weg gegangen bist, kehre um …”

In diesem Sinne: Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 2 comments… add one }
  • Bell Wolfrom

    Abgesehen davon, dass der Blog in der Tat interessante Berichte bereit hält, würde ich gern noch was anderes wissen. Habt Ihr irgendjemand beauftragt, die Webseite für Suchmaschinen zu verbessern? Macht Ihr irgendwelche Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung? Und wenn ja, welche? Sind Eure backlinks alle mit der Zeit von selbst gekommen oder macht Ihr da was aktiv in der Richtung?

  • Frage eins und zwei: Nein. Die Backlinks sind mit der Zeit alleine gekommen.

    Herzlichen Gruß, Raimund

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