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Als Steak oder Pille?

Plazenta mit Fötus

Das worum es in diesem Artikel geht, ist buchstäblich nicht jedermanns Geschmack. Aber es ist ein Erlebnis, das mit Schwangerschaft und Geburt zusammenhängt – also gehört es auch auf dieses Blog! Die Rede ist von der Praxis, die Planzenta, den Mutterkuchen oder die Nachgeburt aufzuessen.

Zunächst mal isses so, dass alle Tiere die Nachgeburt aufessen – was schon deshalb gut ist, weil die Inhaltsstoffe dabei helfen, innere Blutungen zum Stillstand zu bringen. Da die Plazenta nährstoffreich und die Geburt in Sachen Blut und Nährstoffe kostenintensiv ist, ist das ein zweiter wichtiger Beitrag für die Tiere, schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Aber bei uns Menschen? Brauchen wir das? Oder: Brauchen wir das nicht?

Die ganz Hartgesottenen essen ein Stück der Plazenta so wie sie ist und unmittelbar nach der Geburt. Ein starkes Erlebnis – ohne Frage. Eines, auf das ich persönlich gern verzichten würde, aber es geht ja Gott sei dank gar nicht um mich 🙂

Menschliche Plazenta mit Sicht auf die embryonale Seite

Menschliche Plazenta mit Sicht auf die embryonale Seite

Andere waschen die Plazenta und kochen Sie anschließend. Ich hab Ihnen dazu (leider) ein englischsprachiges Youtuve-Video drangehängt, so dass Sie sich selbst ein Bild machen können, wie das geht.

Und wieder andere trocknen die Plazenta, um sie anschließend zu pulverisieren und kleine homöopathische Globuli draus zu fertigen, die sie dann an den Tagen nach der Geburt einnehmen – verbunden mit der Idee, dass sich auf diese Weise eine natürliche Hilfe gegen die Wochenbettdepression bilden lässt.

Wie also soll’s denn sein? Roh? Oder als Steak? Oder Pille?

Es ist eine lahme Ausrede, ich weiß, wenn ich nach vergleichenden Studien in Sachen Wirksamkeit des Essens der Plazenta frage, und ebenso ist es lahm, zu behaupten, Plazentakügelchen wären in der Vorbeugung gegen die Wochenbettdepression genauso wirksam – und doch, gerade wenn man die Kügelchen selbst gemacht hat, weiß frau (oder ihr Mann) das es sich eben um kein Plazenta handelt.

Wie auch immer man sich dieses Idee zurecht dreht, immer handelt es sich um ein starkes Erlebnis, von dem man ebenso entspannt sagen könnte: „Ähmm, nein danke …”

Guten Appetit und genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 4 comments… add one }
  • Also nachdem ich selber schon die Erfahrung mit einer echten Planzenta hatte kann ich den Wunsch das Teil zu Essen nun wirklich nicht nachvollziehen…
    Mag sein, dass Tiere die Planzenta gerne Essen aber man muss ja nicht alles nachmachen, wenn man es woanders sieht 😀

    Und die Variante mit den Globoli hat ein bißchen was von Warmduscherei. Denn entweder man will die Planzenta runterkriegen oder nicht. Da hilft es auch nicht das ein wenig eklig Äußere in hygenisch weiße Kügelchen zu pressen um den Ekelfaktor zu reduzieren. Wenn dann schon richtig. Geschummelt wird nicht 😀

  • 🙂

  • WOW.
    …und: Nein danke 😉
    Mag das Ding so reichhaltig und blutungshemmend und antidepressiv und was weiß ich noch sein – essen? Nee! Wir machen ja auch sonst nicht alles genauso wie die Tiere (wenn auch doch MANCHES)….
    Für mich persönlich ist es schon zweifelhaft genug, die Plazenta mit nach Hause zu nehmen, um ein Bäumchen drauf zu pflanzen 😉

  • Dann lieber doch ein Apfelbäumchen pflanzen … 🙂

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