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Hebammenprotest

Ende November des vergangenen Jahres überreichte der Deutsche Hebammenverband dem Gesundheitsministerium 60.000 Unterschriften, die dem Protest der Hebammen ihren Namen gaben. Folgende Forderungen sind damit verbunden:

  • Eine Anhebung der Honorare, die der Verantwortung des Berufs entspricht
  • Die Finanzierung der Krankenhäuser durch die Politik und nicht durch Gehaltsverzicht der Klinikmitarbeiter
  • Qualitätssicherung durch die Begrenzung der Geburtenanzahl pro Hebamme
  • Solidarität aller damit die Wahlfreiheit des Geburtsortes erhalten bleibt.

Den ganzen Protest finden Sie auf der Website Hebammen-Protest.

Zu der Anhebung der Honorare kann ich wenig sagen. Ich hatte neulich ein Gespräch mit einem Geschäftspartner, der völlig überrascht von meiner Aussage war, dass die Geburt von der Hebamme geleitet wird und nicht vom Gynäkologen. Das konnte der gar nicht glauben. Natürlich ist es in der Krankenhaushierarchie so, dass der Arzt der Chef der Hebamme ist … und das wird auch so zum Ausdruck gebracht. Insofern muss man schon sagen, dass sich die Hebammen die Butter vom Brot haben nehmen lassen. Shit happens …

Zum zweiten Punkt, der Finanzierung der Krankenhäuser, wird schon deutschlandweit viel diskutiert. Ich schenke mir hier eine Betrachtung, weil es nicht Thema dieses Blogs ist.

Der vierte Punkt, die Solidarität aller in Sachen freie Wahl des Geburtsortes – so schwer es mir fällt, den Hebammen hier eine Absage zu erteilen – die gibt es doch. Es ist jeder Frau freigestellt, im Geburtshaus, zu Hause oder in der Klinik zu entbinden. Was soll das also?

Was ich wirklich absolut unterstütze ist der dritte Punkt: Die Qualitätssicherung. Ob man das nun über eine Deckelung der Geburtenzahl pro Hebamme machen muss oder ob es noch andere Lösungen gäbe, sei jetzt mal dahin gestellt. Was mir an diesem Punkt wirklich wichtig ist, ist der Umstand, vor allem das Wohl und Wehe, die Gesundheit, ja und das Glück der Schwangeren in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.

Ich glaube, dass Hebammen leider geschäftlich selten wirklich ein Händchen haben bzw. hatten, denn es ist Ihnen nicht gelungen, eine ganz breite öffentliche Bewusstheit für ihre Arbeit und die Bedeutung ihrer Arbeit zu erzeugen – was sehr schade ist. Andererseits ist es so, dass die meisten Hebammen vor allem und mit ganzer Leidenschaft Hebammen sind und keine Marketingleute.

Was also ist zu tun? Zum einen würde ich, falls Sie es nicht schon ohnehin tun, unbedingt immer wieder darauf hinweisen, dass jede Schwangere Anspruch auf Hilfe durch eine Hebamme hat. Als weiteres wäre es ganz wichtig, Ihre Erfahrungen mit Ihrer Hebamme öffentlich zu machen (auch wenn sie vielleicht nicht so gut waren!). Und schließlich: Empfehlen Sie Ihre Hebamme, wenn Sie zufrieden waren, unbedingt weiter  – und werden Sie nicht müde damit.

Ihre Hebamme braucht diese Unterstützung!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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