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Die ersten Nächte

Nutzen Sie die Zeit der Schwangerschaft, um Ihre Beziehung wetterfest zu machen!

Nutzen Sie die Zeit der Schwangerschaft, um Ihre Beziehung wetterfest zu machen!

Es ist mal wieder Zeit, mein Wort an die Herren der Schöpfung zu richten.

Dieser Tage telefonierte ich mit einer guten Bekannten, die bei einer großen deutschen Bank arbeitet. Sie erzählte mir von ihrem Chef, der im November zum ersten mal Vater geworden ist.

„Und? Was sagt er?” frage ich.

„Na ja, es scheint ihm zu gefallen – er klagt nur ein bisschen über den Stress und die kurzen Nächte …”

Die Schwangerschaft ist im Grunde eine Übergangszeit in die Elternschaft. Sicher, dann gelten ein paar neue Regeln, aber, ehrlich, so viele sind das gar nicht. Es wird halt ein neuer Mitspieler dazu gekommen und eine ménage à trois entstanden sein, wenn man so will. Und man muss sich ein bisschen daran gewöhnen.

Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Als Sie Ihre Partnerin oder Ihre Frau kennengelernt haben — erinnern Sie sich noch? Wieviel Schlaf hatten Sie denn da in den ersten Nächten? Und warum soll das was anderes gewesen sein?

Ich erinnere mich an einen Kunden, dessen Frau ihr Baby bekommen hatte.

„Also wissen Sie,” erzählte er mir, „wir haben das klar geregelt: Sie kann ja morgens liegen bleiben und ich muss ja arbeiten und die Kohle ran schaffen – also muss sie nachts aufstehen.”

Klingt ziemlich männlich, oder? Na ja, wenn’s denn klappt …

Mein Ding wäre das nicht. Ich würde nachsehen wollen, wenn mein Kleiner oder meine Kleine kräht — egal welche Uhrzeit und egal, wann ich morgens aufstehen müsste. Aber das spielt ja hier gar keine Rolle. Entscheidend jedoch scheint mir zu sein, dass man sich wirklich einig und trotzdem für einander da ist. Zu Hause zu sein, ein Kind großzuziehen und den Haushalt zu schmeißen — und das ganz ohne Gehalt und Anerkennung, ohne geregelte Arbeitszeiten und nur für ein Frühstück, das man einmal im Jahr am Muttertag ans Bett gebracht kriegt, ist eine riesige Herausforderung! Es hat einen Grund, wenn die Frauen — es sind ja meist die Frauen, die die erste Zeit nach der Geburt zu Hause bleiben — dicke dunkle Augenringe kriegen.

So lange Ihre Frau noch schwanger ist, haben Sie Zeit, sich miteinander zu verabreden, wie sie sich die Arbeit insgesamt aufteilen wollen und bleiben Sie dabei fair.

Beziehungen sind etwas Kostbares — zu kostbar, um sie einfach kaputt gehen zu lassen. Sicher, jede Beziehung hat einen Lebenszyklus und viele dauern eben kein ganzes Leben lang. Aber, und da bin ich mir ganz sicher, die meisten Beziehungen, die zu einem Kind führen und dann rasch geschieden werden, hätten nicht (so) enden müssen.

Nehmen Sie sich Zeit für einander. In der Schwangerschaft ebenso wie danach. Nehmen Sie sich später Zeit zu dritt — und lernen Sie, zu genießen. Lernen Sie, die Sorgen wenigstens für eine kurze Zeit draußen zu lassen, egal wie groß die sind. Wenn jetzt Ihr erstes Kind auf Sie zu kommt können Sie nicht wissen, wie schnell die Zeit vergeht. Die Kinder sind so schnell geboren, so schnell im Kindergarten und dann schon fertig mit der Grundschule. Und noch bevor Sie wirklich verstanden haben, was eigentlich los ist, kommt der erste Freund oder die erste Freundin.

Das zu sehen, wie Ihr Baby zur Welt kommt, erst krabbelt und dann aufsteht, wie es lernt zu sprechen und zu leben — das ist ein noch größeres Geschenk, wenn Sie hautnah dabei sind und es alle drei genießen können. Nutzen Sie die Zeit der Schwangerschaft, ihre Beziehung wetterfest zu machen — es lohnt sich!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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