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Erbsen zählen in der Schwangerschaft

Sorgen in der Schwangerschaft. Bildquelle: Kindheitsblog

Sorgen in der Schwangerschaft. Bildquelle: Kindheitsblog

Wir hatten vor ein paar Tagen Besuch von einem befreundeten jungen Paar. Sie schwanger. Müsste jeden Tag so weit sein. Soweit alles gesund. Alle Befunde normal … alle?

Sie fragten uns, wieviel Geld wir so monatlich für Lebensmittel ausgeben. Ehrlich, weiß ich nicht genau. Aber als mir klar wurde, dass ja schon sehr bald deren Elternzeit losgeht, mit zum Teil erheblichen finanziellen Einbußen – ups, da war mir klar, dass das ein sehr wichtiges Thema ist: Können sie es sich überhaupt leisten, in Elternzeit zu gehen? Können Sie es?

Es ist schon ein wunderbarer Fortschritt, dass es die Elternzeit gibt – allerdings will das wohl überlegt sein, wenn das Geld knapp ist. Wie bereiten Sie sich darauf vor? Geld ist oft nur ein kleinerer Faktor – die Beziehung, die damit im Zusammenhang steht ist dabei der viel wichtigere! Das was Ihr Baby kosten wird, dafür sollte das Kindergeld mindestens in der ersten Zeit reichen. Wenn Sie aber bisher zwei Einkommen hatten und dann mit nur einem auskommen müssen, kann das eng werden. Sie müssen das gut durchrechnen und – klingt doof, ich weiß – miteinander reden! Wenn die Kohle knapp ist, ist die Folge ja nicht nur ein reines Rechenexempel. Es bedeutet, ein anderes Leben zu leben. Junge Frauen können in der Regel besser mit eingeschränkten Situationen umgehen als junge Männer – auch das sollten Sie bedenken.

Versuchen Sie am besten, sich das plastisch vorzustellen: Wenn einer von beiden zu Hause bleibt, kann dem dann schnell mal die Decke auf den Kopf fallen und da das Kleine sowieso ‚raus an die frische Luft muss, geht man halt samt Kinderwagen spazieren – und damit an vielen Dingen in Schaufenstern vorbei, die man sich alle nicht (mehr) leisten kann. Sie werden Freunde in Urlaub fahren sehen, der für Sie nicht (mehr) drin ist. Sie werden die neuen Jeans der besten Freundin bewundern und überlegen, wie sie mit den letzten zwanzig Euro noch eine Woche durchkommen wollen. Werden Sie dafür stark genug sein?

Überlegen Sie auch, welche Alternative es gibt! Was, wenn Sie schon sehr bald merken, das Geld reicht einfach nicht? Können (und wollen) Sie dann einfach schnell mal zum Sozialamt gehen? Oder können Sie kurzerhand die Elternzeit beenden? Palavern Sie das nicht einfach durch, sondern gehen Sie zu den Ämtern oder Beratungsstellen und informieren Sie sich. Das ist wichtig!

Unser befreundetes Paar hat schon Kinder. Sie wissen also genau, worauf sie sich einlassen. Außerdem gibt es einen ganz ordentlichen Familienrückhalt. Bei jungen Paaren kann diese finanzielle Einschränkung und den damit verbundenen Veränderungen häufig zur Trennung führen.

Es gibt Familienberatung, wenn das Kind schon da ist und Schwangerschaftskonfliktberatung, wenn das Kind nocht nicht da ist. Wenn Geld ein Problem sein könnte – oder schon ist – sollten Sie nicht zögern, Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn dafür ist sie da.

Machen Sie sich keine Sorgen, aber sorgen Sie vor! Geburtsvorbereitung ist wichtig – in jeder Hinsicht!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 3 comments… add one }
  • Man unterschätzt leicht, was da für Kosten auf einen zukommen. Wir waren ehrlich gesagt auch überrascht – selbst bei vorhandener Erstausstattung und bescheidenen Ansprüchen kommen im ersten Jahr noch viele Ausgaben für viele kleine Dinge dazu, da ist es gut, einen finanziellen Puffer einzuplanen und alle Möglichkeiten der Unterstützung zu kennen. „Machen Sie sich keine Sorgen, aber sorgen Sie vor!“ ist schön zusammengefasst.

  • Dein Kommentar, Chris, hat mich tatsächlich dazu motiviert, heute dieses Thema nochmal aufzugreifen. Vielen Dank dafür!

    Raimund

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