Hausgeburt - Besser für Mutter und Kind, von Inge Kelm-Kahl

Hausgeburt - Besser für Mutter und Kind, von Inge Kelm-Kahl

So einfach diese immer wiederkehrende Frage auch klingen mag, es gibt einfach keine klare und eindeutige Antwort im Sinne von dies oder das ist (immer) besser. Immer hängt es von verschiedenen Umständen und immer auch von der psychologischen Konstitution der Schwangeren ab: Wenn sie sich zu Hause einfach keine Geburt zutraut, ist es sinnlos auf die Klinik zu verzichten.

Vorgestern, am 22. Dezember, veröffentlichte Martin Koradi auf seinem Blog einen ergänzenden Kommentar zu einer aktuellen kanadischen Studie und einem entsprechenden Artikel des deutschen Ärzteblattes in Sachen vergleichende Risikostudie Klinikgeburt vs. Hausgeburt. Hier ein Zitat aus seinem Kommentar:

Diese Studie und die sorgfältige Darstellung im „Ärzteblatt“ erleichtert meines Erachtens eine differenzierte Betrachtung der Frage „Hausgeburt oder Klinikgeburt“. Die Diskussion rund um diese Frage scheint mir manchmal allzu fundamentalistisch, was die Positionen unnötig verhärtet. Dann gibt es nur noch Entweder-oder:
„Hausgeburt – auf jeden Fall“ versus „Nur die Klinikgeburt ist sicher“.
Dabei wäre eine optionale Haltung wünschenswert, die auf die konkrete Situation Rücksicht nimmt, auf die Wünsche und Befürchtungen der Frau und auf die medizinische Einschätzung allfälliger Risiken der jeweiligen Schwangerschaft.

Hier der Link zum Artikel und dem vollständigen Kommentar >>

In Ihrem 1990 veröffentlichten Buch mit dem Titel „Hausgeburt – Besser für Mutter und Kind” nutzte die Autorin Inge Kelm-Kahl im Kapitel „Wie sicher ist die Hausgeburt für Mutter und Kind” Studienmaterial aus den Jahren 1986 – 1988 — mit ziemlich ähnlichen Ergebnissen wie in der jetzt aktuellen Studie der Kanadier. Kurz gefasst zeigten die Ergebnisse damals, dass Geburten unter der Leitung von Ärzten eher zu schlechteren Ergebnissen führten – in der Klinik – als unter der Leitung von Hebammen. Bei Hausgeburten schnitten die Ärzte noch schlechter ab. Nun hat die Technik in der Zwischenzeit deutliche Fortschritte gemacht, so dass die Ergebnisse nicht mehr so eindeutig ausfallen. Auch hat sich die Erhebung von Studien deutlich präzisiert, so dass man im Grunde nur noch sagen kann, dass eine Geburt zu Hause nicht riskanter ist als in der Klinik.

Im Film OrgasmicBirth kommen die Macher des Films auf eine interessante Schlussfolgerung: Die technischen Hilfsmittel, die ursprünglich dazu gedacht waren, bei einer Geburt zu assistieren und zusätzliche Informationen zu liefern, sind zur Hauptquelle von Entscheidungen geworden, die nicht selten zu verfrühten Risikoannahmen führen.

Es lohnt sich wirklich, sich Zeit für eine Wahl zu nehmen und sich gut vorzubereiten. Es ist Ihre Schwangerschaft, Ihr Erlebnis und Ihre Entscheidung!

Genießen Sie die Weihnachtstage und die Vorfreude auf ein Neues Jahr und ein neues Familienmitglied … :-)

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