Ich hatte gestern ein wunderbares Telefonat mit Dr. Julia Mannherz. Sie erzählte mir von ihrem Geburtserlebnis in der Erlenbacher Klinik.
„Als das Kind geboren war, direkt nach der Geburt, haben die uns, also das Baby meinen Mann und mich, diskret alleine gelassen! Stell dir das mal vor: fast eine ganze Stunde hatten wir nur für uns drei und niemand hat uns gestört, das Baby weggenommen oder sonst was. Ich dachte schon, die hätten uns vergessen – hatten sie aber nicht. Das ist deren Vorgehensweise und damit haben die sich auch die Auszeichnung Babyfreundliches Krankenhaus verdient …”
Über diese Erlenbacher Klinik werde ich im Neuen Jahr berichten!
Die Realität sieht allerdings in den meisten Kliniken anders aus (Beispiel: in der Metropolregion Rhein-Neckar findet sich keine einzige derart zertifizierte Klinik!) – und liefert damit weitere Gründe, warum sich Frauen dafür entscheiden, ihr Kind zu Hause zu bekommen.
Es gibt viele Hinweise darauf, wie entscheidend dieser erste und direkte Kontakt sowohl für die persönliche Entwicklung des Babys als auch für die Mutter-Kind-Beziehung ist. Bonding nennt man das – obwohl der Begriff missverständlich ist, weil er auch in vielen anderen Bedeutungen verwendet wird. Trotzdem: Dieses Bonding scheint sehr wichtig zu sein – und ausgerechnet diese wichtige erste Zeit des Kontaktaufnehmens zwischen Mutter und Kind wird oft von Routinearbeiten in Kliniken unterbrochen, etwa nach dem Motto: „Erst mal machen wir hier alles sauber und ordentlich – kuscheln könnt ihr auch noch später, da habt ihr ja genug Zeit.”
Anders bei einer Hausgeburt. Nicht nur, dass Baby und Mama (und Papa) ausreichend Zeit bekommen, sich im wahrsten Sinne des Wortes zu beschnuppern, das Baby kann auch gleich noch den Geruch seiner zukünftigen Umgebung aufnehmen, denn es ist ja schon zu Hause!
Entwicklungsgeschichtlich am ältesten ist beim Menschen der Geruchssinn – und wohl auch deshalb der wichtigste. Jemanden nicht riechen können ist nicht zuletzt eine Volksweisheit die darüber erzählt, wie wir andere wahrnehmen. Wiegen, waschen, messen, alles das kann man später machen und wie wundervoll diese erste Zeit des Bonding sein kann, hat Doro erst kürzlich hier beschrieben (siehe Marla – im Wasser geboren >>).
Wenn Sie noch kein Kind geboren haben, stellen Sie es sich am besten so vor:
„Sie haben gerade das großartigste Erlebnis gehabt, sie sind gleichzeitig aufgeregt, erschöpft und überglücklich, Sie weinen vielleicht vor Freude und wollen nur noch Ihr Baby im Arm halten – und jetzt wollen Sie Ihr Kind einer Schwester in Arme geben, die Sie erst mal liegen und mit sich selbst alleine lässt … ?”
Warum sollten Sie das wollen?
Genießen Sie die Zeit …
PS: Übrigens, einen weiteren interessanten Artikel zum Thema Bonding finden Sie bei Rabeneltern.org >>

















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Danke für das Teilen der Erfahrungen mit uns allen …
Vielen Dank für die Infos …