Ich hatte vor ein paar Tagen ein Gespräch mit einer Bekannten, die Gynäkologin ist. Wir sprachen über Geburten.
„Auf gar keinen Fall zu Hause! Was denkst du denn? Wenn das Kind gleich Sauerstoff braucht …?”
Das ist eines von so vielen, typischen Argumenten die immer wieder und notorisch eines übersehen:
Die normale Geburt ist das Normale!
Es gibt eine ganze Reihe guter Gründe, Ihr Kind zu Hause auf die Welt zu bringen – und dennoch werden nur zwischen 1% und 2% der Neugeborenen tatsächlich in ihrem späteren zu Hause das Licht der Welt erblicken.
Natürlich müssen wir nicht wirklich einen Gedanken darüber verschwenden, dass es bei Risikogeburten Quatsch ist, zu Hause zu entbinden – und klar, wenn ein Kaiserschnitt sehr wahrscheinlich ist, geht frau sowieso von vornherein in die Klinik. Aber in allen anderen Fällen – warum sollten Sie nicht zu Hause entbinden wollen? Glauben Sie, das Risiko ist zu Hause größer? Welches Risiko?
Ich will Sie keinesfalls dazu überreden, zu Hause zu gebären, aber ich will in dieser Woche für die Hausgeburt eine Lanze brechen! Mir ist schon klar, dass mit Abstand die meisten Schwangeren kategorisch ausschließen werden, zu Hause zu gebären – und tatsächlich bin ich der Meinung, dass es wenig Sinn ergibt, gegen die eigene übermächtige Angst zu kämpfen: Wenn Sie sich in der Klinik partout sicherer fühlen, sollten Sie auch dort entbinden. Punkt!
Und doch möchte ich Ihnen in dieser Woche ein paar Gedanken dazu liefern, vielleicht anders darüber zu denken – gerade wenn Sie beispielsweise Ihr zweites Kind bekommen, denn dann wissen Sie ja, wie die Geburt tatsächlich ist und haben selbst erfahren, dass Sie das hinkriegen. Vielleicht stellt die Hausgeburt dann eine Alternative dar.
Die rechtlichen Aspekte zum Thema Hausgeburt ist bei Wikipedia sehr gut beschrieben und da ohnehin klar ist, dass Sie das besser nicht alleine sondern mit einer Hebamme zusammen machen sollten, ist die erste Anlaufstelle – klar – die Hebamme Ihrer Wahl. Sprechen Sie mit Ihr über Ihre Gedanken und Gefühle dazu. Sie bekommen ein Kind – Sie bestimmen, was mit Ihnen und Ihrem Körper geschieht. Und eine Hebamme hat die Erfahrung, die es braucht, um das umzusetzen, was Ihnen vorschwebt.
Genießen Sie die Zeit …
















{ 1 trackback }