Angst – nicht auszuhalten?

by sf-w

trostlos

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Angst ist eines unserer stärksten Gefühle. Sie lässt sich nur schwer aushalten. Was aber, wenn wir in einer Situation stecken, in der uns keine Alternative bleibt, als diese Angst auszuhalten?

In meiner ersten Schwangerschaft gab es eine solche Situation. 26.Woche, mein Mann war mitgekommen zur Ultraschall-Untersuchung bei der Frauenärztin. Mittendrin wurde ihr Gesicht immer ernster und skeptischer.

“Da stimmt was nicht!”.

Mir hat es noch im gleichen Moment die Luft abgeschnürt und wie in Trance hörte ich sie sagen

“Ich mache Ihnen einen Termin zur Fehlbildungsdiagnostik.”

Allein dieses Wort war ein Schlag in den Magen … und zum Termin sollten dann auch noch fünf lange Tage vergehen.

Die ersten eineinhalb Tage waren nur noch fürchterlich – Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung – diese Worte können meine damaligen Gefühle nur unvollständig wiedergeben.

Es kam mir vor, als würde sich das nie mehr ändern – zumindest nicht bis zu einem vielleicht doch noch erleichternden Untersuchungsergebnis, an das ich aber gar nicht mehr zu glauben wagte.

Ich versuchte so viele Informationen wie möglich zu bekommen, was könnte sein, was könnte das bedeuten? Eine Möglichkeit war schrecklicher als die andere. “Warum ausgerechnet ich?” Zorn, Wut und eine gehörige Portion Selbstmitleid gesellten sich zur Angst hinzu.

Und doch – nach etwa eineinhalb Tagen – passierte etwas ganz Erstaunliches. Ich wurde ganz ruhig und gelassen und eine Stimme in mir sagte “Wie auch immer es jetzt kommt, es ist ok so.”

Die Angst, die in diesem Fall ja eine durchaus greifbare, nachvollziehbare Ursache hatte, war wie weggeblasen, statt dessen war da eine Gelassenheit, ein Annehmen der Situation. Ich hatte in Gedanken alle nur denkbaren Möglichkeiten durchgespielt, immer und immer wieder. Und hatte dann die Gewissheit, auch den allerschlimmsten Fall annehmen zu können. Natürlich war da noch immer eine große Anspannung, aber die schlimmste Angst war weg.

Sehr unangenehm war dann nochmal die Zeit direkt vor der Untersuchung – auf dieser Liege zu warten, Sekunden werden zu Stunden. Resultat der Untersuchung war dann “Alles in bester Ordnung – hätte da was sein sollen?”

Genau dieses Erlebnis kam mir letztens beim Malen wieder in Erinnerung – in einem vollkommen anderen Zusammenhang. Und mit dieser Erinnerung war auch die Gewissheit da, die Angst, die ich mit diesem Thema erlebe, wird genauso vergehen wie die damalige.

An ihre Stelle wird Erleichterung treten, denn ganz egal, wovor wir Angst haben, es kann gar nicht so schlimm sein, wie die Angst selbst.

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– Autor von 36 Artikeln auf Das Schwangerschafts-Erlebnis.

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marie s. Dezember 4, 2009 um 15:00

Sehr wenigen Menschen gelingt es ihre Ängste zu überwinden. Ich habe deinen Artikel mit großem Interesse gelesen und bin tief beeindruckt von dir.

Sabine Dezember 4, 2009 um 19:21

marie, Du machst mich jetzt fast ein bisschen verlegen. Es blieb mir in dem Augenblick ja eigentlich gar nichts anderes übrig, denn fünf Tage diese Angst aufrecht zu erhalten, das ging irgendwie nicht. Aber die Erfahrung war für mich schon sehr lehrreich…

NoraAmala Februar 24, 2011 um 12:16

Toller Artikel. Danke! Zu so einem wichtigen Thema. Ich hab ihn gleich gebookmarkt zum weiterreichen.

Sabine Februar 24, 2011 um 16:44

Danke! :-)

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