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Babyklappe und Ethikkommission

Babyklappe in der Lübecker Mengstraße besteht seit 1997 in einem Privathaus

Babyklappe in der Lübecker Mengstraße besteht seit 1997 in einem Privathaus

Ich weiß nicht, ob Sie gestern die Nachrichten in der Tagesschau zum Thema Babyklappe verfolgt haben:  Der Deutsche Ethikrat ist der Ansicht, dass durch die Babyklappe und die Möglichkeit, ein Kind in einem Krankenhaus anonym zur Welt zu bringen, dem Baby das Recht verwehrt wird, zu wissen, von wem es abstammt. Außerdem seien sie, so Ulrike Riedel vom Deutschen Ethikrat:

… ein Anreiz und eine Möglichkeit, sich auf vermeintlich einfache Weise ein Problem vom Hals zu schaffen und sich von seinem Kind zu trennen.

Nun ist es nicht so, dass die Empfehlung des Ethikrates zu einem Gesetz führen muss. Vielmehr stellt es eine Empfehlung an den Bundestag dar, dieses Problem durch ein Gesetz zu lösen.

Natürlich ist es so, dass die Babyklappen und die anonyme Geburt, die es ja nur in bestimmten Häusern gibt, tatsächlich dafür geschaffen wurden, dass eine Frau das Kind geschützt und sicher auf die Welt bringen kann. Es ist ein sinnvoller Kompromiss, nicht das Recht der Frau auf Selbstbestimmtheit gegen das Recht ungeborenen Lebens aufwiegen zu müssen, sondern beides gleichberechtigt nebeneinander stehen lassen zu können.

Nun habe ich vom Ethikrat noch nichts darüber gehört, was dieser sich denn als Alternative zu der Perspektive vorstellt, gesellschaftlich geächtet zu sein, weil man mit dem Kind, das man hat zur Welt bringen müssen, nicht umgehen kann, nicht umgehen will. Vielleicht sollten wir uns ja wieder auf die guten alten Zeiten besinnen, in denen Frauen heimlich und kriminell zu einem Engelmacher gingen, um sich dort „des Problems zu entledigen” – freilich unter den erniedrigsten und gesundheitsgefährdendsten Umständen.

Ich persönlich finde, dass jeder das Recht auf seine eigene Meinung hat, auch darauf, sie frei und überall zu äußern. Problematisch wird es für mich dort, wo Gesetze in das Leben des einzelnen eingreifen und ihm Handlungen aufzwingen, mit denen er/sie nicht übereinstimmen kann – warum auch immer.

Da hilft nur, wachsam zu sein und aktiv. Trotzdem

genießen Sie die Zeit … 🙂

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