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Schwangerschaft und Haustiere

Ist der Umgang mit dem Stubentiger für Schwangere gefährlich?

Ist der Umgang mit dem Stubentiger für Schwangere gefährlich?

Schätzungen gehen von drei Millionen Hunden und fünf Millionen Katzen in Deutschlands Haushalten aus, von unzähligen Fischen, Hamstern, Vögeln und weiß ich noch alles ganz zu schweigen. Es gibt also eine gute Chance, dass im Haushalt einer Schwangeren auch Haustiere leben. Was dann? Zwei Möglichkeiten:

  • Na, die einfachste Sache wäre entsorgen! Weg, weg, weg! Tiere sind bäh.
  • Die andere Variante wäre: Macht alles gar nix! Cool und normal bleiben.

Wenn man sich so durch die unzähligen Websites liest (Googlesuche liefert 197.000 Treffer!) sind diese beiden genannten Möglichkeiten in etwa das Spektrum an Meinungen, denen man begegnet.

Was’n das Problem?“ möchte man fragen, und wenn ich das richtig verstanden habe, konzentrieren sich die Bedenken jeweils auf Vögel und noch mehr auf Katzen. Bei Katzen befürchtet man am häufigsten die Übertragung von Toxoplasmose auf die Schwangere und dann auf den Fötus.

Aber jetzt einfach so mir nix, dir nix das Kätzchen weggeben?  Könnten Sie das?

In der Familie ist mir ein Fall bekannt, bei dem eine Frau durch Hormonbehandlung endlich schwanger geworden war und alles in ihrer Macht stehende unternommen hatte, jedes Risiko einer Fehlgeburt auszuschließen – und also gab sie ihre Katze weg. Und in diesem speziellen Fall kann ich das sogar verstehen, denn eigentlich stand sie vor einer Eileiter-OP, weil sie nicht schwanger werden konnte. Der Arzt hatte aber trotzdem erstmal auf eine Hormonbehandlung abgestellt – mit bekanntem Ergebnis. Ihr war klar, würde sie das Kind verlieren, wäre ihre letzte Chance, ein Kind zu bekommen, dahin.

Aber bei einer normalen Schwangerschaft? Auch einfach weg mit dem Kätzchen?

Toxoplasmose,“ hab‘ ich mir gedacht, „… was sagt denn die Krankenkasse dazu?

Folgende Passage habe ich bei der AOK (klicken Sie hier >>) gefunden:

Eine wirksame Toxoplasmose-Vorsorge besteht darin, den Kontakt mit dem Erreger zu vermeiden. Dies gelingt durch das Beachten einfacher Verhaltensregeln: Schwangere sollten

  • auf den Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem Fleisch und ungewaschenem Gemüse verzichten;
  • sich bei der Nahrungszubereitung, beim Umgang mit rohem Fleisch sowie bei der Gartenarbeit vor dem Kontakt mit Erde, in der ansteckende Reste von Katzenkot sein können, schützen;
  • auf einen hygienischen Umgang mit Katzen achten.

Stand Februar 2006

Und klingt das irgendwie nach Entwarnung?

Ich weiß nicht! Ich hab mir den ganzen Artikel durchgelesen – hier nochmal eine Passage aus demselben Artikel:

Infiziert sich dagegen eine Frau erstmalig während der Schwangerschaft mit „Toxoplasma gondii“, besteht die Gefahr, dass der Erreger auf das Kind übertragen wird und bei ihm eine  (mit der Geburt schon vorhandene) Toxoplasmose auslöst.
Mögliche Folgen sind Entzündungen, die in besonders schweren Fällen Fehlbildungen des frühkindlichen Nervensystems sowie geistige und körperliche Behinderungen verursachen  können.
Wie häufig Schwangere ihre ungeborenen Kinder infizieren, wie häufig diese Kinder erkranken und wie häufig es zu schweren Verlaufsformen kommt, ist nicht genau bekannt. Von 10.000 Neugeborenen sind schätzungsweise ein bis 10 Kind(er) mit „Toxoplasma gondii“ infiziert. Nicht alle infizierten Kinder zeigen Krankheitssymptome und nur sehr wenige erkranken an den schweren Formen.

Hmmm. Ein bis zehn Kinder pro zehntausend … was, wenn dieses eine grad Ihres ist?

Andererseits, sagte einem nicht der gesunde Menschenverstand, dass im Grunde alles gut verläuft, wenn man ein bisschen auf dem Teppich bleibt? Und das ein Restrisiko immer bleibt? Lassen Sie, wenn das möglich ist, die Katzentoilette von anderen sauber machen, und wenn das nicht geht, dann nutzen Sie Einmalhandschuhe. Achten Sie auf Hygiene. Das sind so die gängigen Tipps, die man allerorten lesen kann.

Ich habe mehrere Schwangerschaften im Bekannten- und Familienkreis erlebt, in deren Haushalt Katzen gelebt haben – oft mehr als eine. Aktuell ist eine Kollegin meiner Frau hochschwanger, die nicht nur zwei Katzen hat, sondern sogar die Katzen des Tierheims versorgt. Alles ist gut verlaufen, keine Probleme.

Achten Sie auf Ihre innere Stimme – die ist während der Schwangerschaft besonders aktiv – und

genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 1 comment… add one }
  • Hallo, meine Eltern hatten auch schon immer Katzen. Während den Schwangerschaften meiner Mutter ist nichts passiert. Mein Bruder und ich haben es genossen mit Katzen auf zu wachsen. Man bekommt meiner Meinung nach auch einen ganz anderen Bezug zu Tieren, wenn man mit ihnen groß werden darf…In meiner ersten Wohnung habe ich mir auch sofort eine Katze aus dem Tierheim geholt und werde es niemals übers Herz bringen sie ab zu geben.

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