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Juni Jasmin

Neugeborenes mit Namensschildchen am Arm (Quelle: Fotolia.de)

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie Ihr Kind heißen wird? Der Papablog hatte letzte Woche einen guten Artikel dazu.

Wenn es darum geht, einen Namen fürs Baby auszusuchen, können erwachsene Menschen plötzlich retardieren und zu Kindern werden. Ich weiß noch, als diese Frage bei uns diskutiert wurde, kam ich auf die Idee, „wenn es ein Mädchen wird, nennen wir sie Juni Jasmin“ … ist mir heute noch peinlich!

Als ich mit dem Sammeln von Schwangerschafts-Geschichten begann, fragte ich jede Bekannte, was sie denn während ihrer Schwangerschaft erlebt habe, und die Antworten waren häufig dieselben:

Nichts … was meinst du?

Naja, irgendwas merkwürdiges halt.

Nee, nicht das ich wüsste.

Das sind heute immer noch die Dialoge. Andererseits habe ich gelernt, dass, wenn ich ein oder zwei Beispiele liefere, doch das eine oder andere aus dem Gedächtnis auftaucht. Wie zum Beispiel bei einer Freundin aus dem Schwarzwald:

Das einzige, an das ich mich erinnern kann, war, dass uns partout kein Mädchenname einfallen wollte. Ich war drei mal schwanger, ich habe drei Kinder bekommen, aber nicht ein einziges mal fiel uns ein Mädchenname ein – und tatsächlich bekam ich drei Jungs …“

Manches, aus der Distanz betrachtet, wirkt dann schon erstaunlich.

Beate (Name geändert) hatte ein Gefühl, schwanger zu sein, also besorgte sie sich einen Schwangerschaftstest. Während sie auf das Ergebnis wartete, fing sie schon mal an, für eine spätere Geburtstagsfeier bei ihren Eltern einen Kuchenteig vorzubereiten. Die Zutaten waren schnell zusammen getragen, die Schüssel mit Mehl gefüllt, es mussten also nur noch die Eier rein. Sie klopfte das erste Ei am Schüsselrand auf, brach die Schale entzwei und heraus kullerten zwei Eidotter. Verdutzt schaute sie in die Schüssel, dann grinste sie und von dem Moment an wusste sie einfach, dass sie schwanger war. Sie ging ins Bad und schaute auf den Teststreifen: Schwanger!

Alleine die Erlebnisse, wie Frauen auf ihre Schwangerschaft aufmerksam werden, wären ein Buch wert. Es gibt hinreißende Geschichten dazu. Wie auch immer, in diesem Falle war es ein Erlebnis, dass Beate sich gut und leicht merken konnte.

Beates Schwangerschaft verlief normal – wie Schwangerschaften halt verlaufen. Aber so nach einer Weile kommen natürlich schon die üblichen Fragen: Junge oder Mädchen? Wie wollen wir es nennen? Wie handhaben Sie solche Fragen?

Ach wissen Sie,“ hatte unser Frauenarzt damals gesagt, „ich habe längst damit aufgehört, werdenden Eltern zu sagen, was es wird – es sei denn, ich wäre mir absolut sicher. Einmal geirrt ist dann gleich einmal zu oft …“ Gut, das war noch vor der 3-D-Ultraschall-Zeit

Wie auch immer, Beate und ihr Mann wollten vorher gar nicht wissen, ob es ein Junge oder Mädchen wird. Sie wollten es einfach auf sich zukommen lassen.

Eines nachts hatte sie einen Traum. In diesem Traum kam sie in eine Schulturnhalle, in der eine Horde Kinder Sportunterricht hatten. Sie stand da, in diesem Traum, sah den Kindern beim Spielen zu und wusste, dass eines dieser Kinder ihres war. Sie stand da und rief:

„Søren … Søren!“

Diesen Namen hatte ich noch nie in meinem Leben gehört,“ sagte sie mir später im Interview. „Der Name kam einfach aus mir heraus …“

In ihrem Traum blieb ein Junge stehen, als er den Namen gehört hatte, schaute zu ihr herüber und kam dann auf sie zu gelaufen.

Ja?

Sie schaute den Jungen an und noch ehe sie etwas sagen konnte, wachte sie auf, das Gesicht des Jungen noch vor sich, den Namen glasklar im Gedächtnis. Die Erinnerung an das Gesicht verblasste mit der Zeit, die Erinnerung an diesen Namen nicht – obwohl er ihr fremd gewesen war. Aber er hatte einen Klang, der ihr nicht mehr aus dem Kopf ging, wie eine Musik, die man in seinem Kopf immer und immer wieder hört.

Einige Zeit später brachte sie einen gesunden Jungen zur Welt, den sie, natürlich, Søren nannte.

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