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Schwangerschaft in Armut

Messer, Gabel und leerer Teller mit ein paar Pfennigen darauf (Quelle: Fotolia.de)

Ist eine Schwangerschaft auch dann toll, wenn das Geld kaum für ein Leben reicht, geschweige denn für zwei?

Natürlich hat man einen Anspruch auf Hilfe zur Lebensführung, aber das soll nicht das Thema sein. Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob eine Schwangerschaft ein anderes Erlebnis ist, weil man wenig Geld hat.

In unserem Bekanntenkreis wollte vor ein paar Jahren eine junge Studentin unbedingt ein Kind haben. Unbedingt und sofort. Sie hatte die Liebe ihres Lebens gefunden. Da er auch Student war und ebenso wenig wie Sie über ein nennenswertes Einkommen verfügte, war Schmalhans der Küchenmeister. Die Eltern der beiden steckten zwar immer wieder etwas zu, aber mehr war von da aus auch nicht zu erwarten. So what? Es scherte sie nicht! Sie wollten mit dem Kind nicht bis zum Ende des Studiums waren, also wurde sie ratz fatz schwanger und die nötige Hilfe holten sie sich vom Sozialamt.

Aber auch wenn das Sozialamt Hilfen gewährt, lebt man ja anschließend ja nicht wie auf Rosen gebettet. Also wanderten beide von einer finanziellen Sorge zur nächsten – und trotzdem (oder deswegen, weil sie ein gemeinsames Ziel hatten?) hatte diese Studentin nach eigenem Bekunden eine wundervolle Schwangerschaft, eine, die sie für nichts auf der Welt hätte hergeben wollen. Sie haben heute zwei Kinder und leben in wirtschaftlich sehr guten Verhältnissen – also war alles richtig?

Genau anders herum kann es kommen, wenn zum Beispiel eine Schwangere als Single lebt und ihre Arbeit verliert. Wenn der Arbeitgeber in die Pleite rutscht, nützt auch der beste Schutz nichts mehr. Nun fällt man zwar nicht von jetzt auf nachher in Hartz IV, aber eine neue Stelle wird sie kaum bekommen – gerade weil sie schwanger ist. Wird also die Schwangerschaft ein anderes Erlebnis, wenn der plötzliche Verlust der wirtschaftlichen Grundlage auf den Nägeln brennt? In diesem, wie in dem zuvor geschilderten Fall sind Geldsorgen an der Tagesordnung – und die einen genießen ihre Schwangerschaft und die anderen drehen durch …

Das klingt nach der alten Frage, ob ein Glas halb voll oder halb leer ist.

Unsere (Ur-)Großmütter waren schwanger während eines mörderischen Krieges. Niemand wusste, ob das Kind wärend eines Fliegerangriffs zur Welt kommen würde, oder ob man nach dem Verlassen des Bunkers noch ein Dach über dem Kopf oder etwas anderes besitzen würde, als das, was man bei sich trug. Sie waren trotzdem schwanger, und die meisten waren es gerne und stolz darauf, ein Kind zu bekommen.

Vielleicht ist das Erlebnis einer Schwangerschaft viel weniger von Umständen abhängig, als von der Schwangeren selbst?

In einem Forum habe ich kürzlich gelesen, wie eine Frau bestens mit Hartz IV zurecht kommt – mit zwei Kindern. Sie setzt alles an Kreativität und Disziplin ein, das ihr zur Verfügung steht. Aus ihren Bemerkungen konnte ich lesen, dass sie nicht im geringsten bereit war, sich auf Grund der Umstände ihre Zuversicht rauben zu lassen.

Vielleicht ist alles was Sie brauchen, Mut, Kreativität und die Bereitschaft, niemals aufzugeben, um Ihre Schwangerschaft wirklich und in vollen Zügen genießen zu können …

Was auch immer kommt – genießen Sie die Zeit …

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