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Und was wäre, wenn …?

Baby mit Elektroden an der Stirn (Quelle: Fotolia.de)

Und was wäre, wenn Sie nicht einfach nur ein Baby bekämen, sondern Ihr Kind sich speziell Sie als Eltern ausgesucht hätte? Würde das einen Unterschied machen?

Immer wieder erleben Schwangere Merkwürdiges! Wir wollen uns hier nicht festlegen, warum dieses oder jenes so und nicht anders geschieht, dafür gibt es andere Blogs, aber betrachten wollen wir diesen Gedanken schon.

Ich erinnere mich an eine Geschichte vor Jahren, als ich noch mit einer anderen Frau zusammen war, die wir jetzt einfach Monika nennen. Monika hatte einen Jungen im Alter von zwei. Sein Vater, selbst Deutscher und weiß, hatte immer einen Faible für afrikanische Musik. Er hatte immer die Idee, in einem anderen Leben in Afrika gelebt zu haben. Folglich hörte er während der Schwangerschaft seiner Partnerin oft afrikanische Musik und tanzte mit ihr dazu.

Aus der Forschung weiß man, dass sich im Gehrin von Ungeborenen Muster von Geräuschen und Musik bilden, die durch die Bauchdecke ans Gehör der Föten dringt, und die zusammen mit den Gefühlen der werdenden Mutter abgespeichert bleiben. Experimente haben gezeigt, dass es keine Rolle zu spielen scheint, welche Musik man während der Schwangerschaft hört, sondern eher wie man sie hört. So hatten Wissenschaftler eine werdende Mutter begleitet, die während ihrer Schwangerschaft ihrem Kleinen immer wieder ihr Lieblingsstück vorgespielt hatte … einen Hardrocktitel. Nach der Geburt und während des ersten halben Jahres wurden immer wieder Messungen durchgeführt, die zeigten, dass immer dann, wenn dieses Stück gespielt wurde, die Herzfrequenz des Babies runter ging und es sich beruhigte. Es spielte gar keine Rolle, wie laut die Musik abgespielt wurde, solange es nur das Lieblingsstück seiner Mama war, konnte das Kleine tief und fest schlafen …!

Jetzt weiß man also, das Musik einen Einfluss auf das Gehirn und den Erinnerungsspeicher hat. Die Frage ist aber: welchen!

Zurückkommend auf Monika mit ihrem Jungen: die Partnerschaft zwischen ihr und ihrem Lover verlief nicht über die Maßen glücklich. Schon bald gingen sie auseinander. Als ich in das Leben der beiden kam, hatten allei drei noch keine Gelegenheit gehabt, miteinander in Urlaub zu fahren.

Eines Tages guckten Claudio und ich zusammen sein Lieblingsbuch durch: einen großen Weltatlas für Kinder. Er zeigt mir die Karte von Europa und welche Tiere es dort gab (sie waren auf kleinen Bildchen abgebildet). Dann Afrika, Asien, Amerika.  Er hatte großes Interesse an all dem und, wie Kinder nun mal sind, es ist ihnen wichtig, etwas wiederentdecken und dann auch noch richtig benennen zu können.

Am Ende des Atlasses war eine halbierte Weltkugel abgebildet. Er schaute sie sich intensiv an. Dann deutete er mit seinem keinen Finger auf Afrika, schaute mich an und sagte: „Da war ich schon mal!“

Er war nie Afrika gewesen. Jedenfalls nicht in diesem Leben. Er war mit seiner Mutter ein paar mal mal in Deutschland verreist und mit seinem Vater war er bis dahin einmal in Spanien gewesen, aber das war es dann schon.

Wie also kam der Junge zu dieser Überzeugung, schon mal in Afrika gewesen zu sein?

Vor einigen Jahren war ich mal auf einem Seminar in Den Haag gewesen. Eigentlich wollte mich ein Freund danach mit zurück nach Deutschland nehmen, aber er tauchte zur verabredeten Zeit und Ort nicht auf. Da ich zum Seminar mit dem Zug angereist war und immer noch ein Rückfahrtticket in der Tasche hatte, nutzte ich die letzte Gelegenheit, mit dem Zug und der Gruppe von Leuten zu fahren, mit denen ich gekommen war. Ich hatte so ein bisschen den Eindruck, dass das einen Sinn hatte – obwohl ich bis heute nicht sagen kann, ob dem auch so war.

Jedenfalls war eine Frau in der Gruppe an den Rollstuhl gefesselt. Zwar schon eine ältere Dame wirkte sie dennoch jugendlich und frisch. Wir hatten bis nach Hause eine Menge Gelegenheit, uns miteinander bekannt und vertraut zu machen. Wie auch immer,  ein paar Jahre nach dieser Begegnung starb sie – und wieder zwei Jahre nach ihrem Tod wurde eine Nichte der Verstorbenen schwanger. Man kann nicht sagen, dass es vorher eine innige Beziehung zwischen Tante und Nichte gewesen war, aber sie hatten sich doch sehr gemocht.

Wie auch immer, diese Nichte wurde schwanger und bekam eine Tochter – und eine Reihe von Familienmitgliedern hatten den Eindruck, die Kleine sähe verblüffend dieser verstorbenen Tante ähnlich als die noch sehr jung gewesen war. Und noch etwas war erstaunlich – und tragisch: Die Kleine bewegte ihre Beine nicht. Wer weiß, vielleicht war es das, was so manchen in der Familie eine Ähnlichkeit herstellen ließ.

Anfänglich dachte man, die Beinchen würden sich schon noch bewegen, aber dem war nicht so. Also wurden Ärzte konsultiert. Nicht einer. Mehrere. Aber alle kamen zu dem gleichen Schluss: Die Kleine war völlig gesund und es gab überhaupt keinen Grund, warum die Beinchen reglos blieben.

Die Mutter war am verzweifeln. Was konnte Sie denn noch tun, nachdem sie schon bei sovielen Ärzten gewesen war? Schließlich hatte sie eine Idee. Nachdem sie ihr Töchterchen sauber und frisch gewickelt hatte, kitzelte sie sie ein bisschen hier und da, koste und spielte mir ihr und hatte sie schließlich ganz bei sich halb auf dem Schoß, halb in einem Arm. Entspannt lag die Kleine da und guckte mnit großen Augen auf ihre Mama, die sie liebevoll anschaute und ihr schließlich fest in die Augen sah:

„Hör mal,“ sagte sie leise und doch mit einigem Nachdruck. „Das ist jetzt ein anderes Leben und du hast einen neuen Körper. Du kannst deine Beine bewegen!  Und wenn du nicht wieder im Rollstuhl sitzen willst, musst du anfangen, sie zu bewegen und zu benutzen!“

Und während sie das sagte, massierte sie die kleinen Beinchen. Von diesem Augenblick an, machte sie das zu einem Ritual: Sauber machen, frische Windeln, spielen, liebkosen und in den Arm nehmen, ernst zu ihr sprechen und dabei die Beinchen massieren.  Sie machte das jeden Tag und gab nicht auf, bis das erste mal eines der Beinchen zuckte.

Das ist jetzt knapp acht Jahre her und aus dem Baby ist ein fröhliches, hübsches Mädchen geworden, deren Ähnlichkeit mit der verstorbenen Tante nur noch wenige sehen können. Und natürlich ist sie gesund und munter – und natürlich kann sie laufen …

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