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Zu Hause? Geburtshaus? Klinik?

Manchmal muss es eben schnell gehen

Manchmal muss es eben schnell gehen

Wir hatten schon einmal über die verschiedenen Möglichkeiten berichtet, wo Sie Ihr Kind zur Welt bringen können. Zu Hause geht eben so gut, wie in einem Geburtshaus oder, was die meisten Frauen machen, in der Klinik.

Wenn Sie sich entschlossen haben, Ihr Kind zu Hause zu bekommen, dann ist sowieso klar, dass Sie Kontakt mit einer Hebamme haben. Sie wird Ihnen alles sagen, was Sie dazu vorbereiten und/oder haben müssen.

Beim Geburtshaus ist es ebenso einfach. Wenn Sie sich für diese Variante entschieden haben, müssen Sie sich im Grunde nur noch um den besten Weg dorthin kümmern. Die Frage nach einer Alternative, dieses oder ein anderes Geburtshaus, stellt sich eher hypothetisch. Soviele gibt es gar nicht. Ich hoffe, hier widerspricht mir jemand, aber das einzige, das es in Mannheim gegeben hat, hat schon vor Jahren geschlossen, weil sich kein(e) NachfolgerIn finden wollte.

Wenn Sie sich, was mit großem Abstand die meisten tun, für die Entbindungsstation entscheiden, lautet die erste Frage: In welcher? Hier gibt es Alternativen!

Und ob Sie das jetzt glauben können oder nicht, auch wenn Sie sich für eine Geburt in der Klinik entscheiden, sollte Sie Ihr erster Weg zu einer Hebamme führen! Unbedingt!

Warum die Hebamme fragen? Ganz einfach: Nach welchen Kriterien wollen Sie denn das Angebot einer Klinik einschätzen? Wie wollen Sie in Erfahrung bringen, wie dort das Personal mit ihrer Frau vermutlich umgehen wird? Warum sollten Sie ausgerechnet die entscheidende Phase Ihrer Schwangerschaft aus der Hand geben?

Und wenn Ihre Frau keine Lust hat, eine Hebamme zu fragen, dann gehen Sie halt eben alleine hin! Wichtig für Sie ist, Informationen aus erster und vor allem kompetenter Hand zu bekommen – und wer hat die meiste Erfahrung mit Schwangerschaft und Geburt? Hebammen? Genau!

Nachdem Sie ein Gespräch mit der Hebamme ihrer Wahl gehabt haben, schlage ich vor, Ihren Terminkalender rauszunehmen, dieser Angelegenheit höchste Priorität einzuräumen und sich dann die erforderliche Zeit zu nehmen, die es braucht, sich möglichst alle Kliniken in Ihrer Nähe anzuschauen. Vielleicht nicht alle, aber doch die meisten bieten Vorstellungsabende an, um für ihr Haus zu werben. Nutzen Sie diese Gelegenheit. Stellen Sie Fragen! Fragen Sie, inwieweit Sie mitbestimmen können, wie der Geburtsablauf sein soll. Gerade das geben die meisten werdenden Eltern mangels Erfahrung aus der Hand! Auch oder gerade dieser Punkt zeigt, wie wichtig eine wirklich gute Geburtsvorbereitung ist.

Gehen Sie durch die Station und fragen Sie sich (und Ihre Frau), ob es sich hier gut anfühlt. Frauen haben eine gute Intuition in der Wahl des Platzes ihrer Niederkunft. Bestärken Sie Ihre Frau darin, nach innen zu fühlen.

Legen Sie sich nicht zu sehr auf eine bestimmte Entbindungsart fest, denn es kann gut sein, dass sich die Kreisende plötzlich ganz anders entscheidet. Und wenn das so kommt, sollten Sie die Alternativen kennen und natürlich auch wissen, inwieweit Sie hier von der jeweiligen Entbindungsstation unterstützt werden.

Nachdem Sie sich für eine bestimmte Klinik entschieden haben, stellt sich die Frage nach dem besten Weg dorthin! Und was das beste dann ist, wenn es los geht, Sie aber geschäftlich in den Tropen weilen.

In den großen Städten haben die Taxizentralen meistens sehr einprägsame und weithin bekannte Nummern, aber wenn Sie erst in diese Stadt gezogen sind, oder vielleicht eher in einem kleinen Ort wohnen, sollten Sie dafür sorgen, dass die entsprechende Rufnummer immer und überall sichtbar ist.

Wenn Sie Ihre Frau selbst zur Klinik bringen wollen, sollten Sie auch den Weg dorthin kennen! Ihre Frau wird es nicht so prickelnd finden, wenn Sie zwar schnell aber hirnlos fahren und trotzdem ein paar mal anhalten müssen, um nach dem Weg zu fragen. Vertrauen Sie nicht blind auf die Technik, auch Navis gehen mal kaputt oder haben eine Störung!

Noch ein paar Worte zur Klinikentbindung. Hier ein Zitat von Dr. med. Mallmann aus seinem Buch Papa werden:

Bei Diskussionen mit Geburtsvorbereitungskursleiterinnen wird stets über die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Klinikpersonals geklagt, besonders wenn die Geburtsvorbereiter versuchen, mehr Zurückhaltung bei medizinischen Eingriffen zu fordern. Oft sind es organisatorische Gründe, die medizinisches Personal dazu bringt, eine Geburt zum Beispiel mit wehenfördernden Medikamenten zu beschleunigen. […]

Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht, wenn Sie das lesen, aber ich finde, Kliniken sollten dazu übergehen, die Lösung Ihrer Organisationsprobleme anderswo anzugehen, alos auf dem Rücken entbindender Frauen! Natürlich gibt es eine Reihe von Argumenten, die für die Klinik eine große Rolle spielen, denn eine Entbindungsstation führt sich ja nicht alleine und die Arbeit dort besteht aus mehr, als nur darauf zu warten, bis es soweit ist. Dr. Mallmann führt in seinem Buch einige an. Er gibt aber auch folgenden Tipp:

Mir scheint es sinnvoll zu sein, in Gesprächen mit dem medizinischen Personal in den Kliniken über die eigenen Vorstellungen des Geburtsverlaufs zu sprechen. Erfahrungsgemaß geht das Klinikpersonal bei der rechtzeitigen persönlichen Vermittlung der Wünsche verständnisvoller mit den individuellen Vorstellungen um. Die Geburtskliniken können natürlich auch in einem gemeinsamen Gespräch mit den Betroffenen ein individuelles Geburtskonzept erstellen, das Sie, je nach juristischer Einstellung, von der Frau unterschreiben lassen können.

Meine Rede! Und wenn wir jetzt noch über werdende Eltern an Stelle von Betroffenen sprechen, hätten wir gleich ein noch ein besseres Gefühl dabei.

Übrigens, Dr. Mallmanns Buch werde ich Ihnen auch noch genauer vorstellen. Ich halte es für einen guten Begleiter für der Papas in spe.

Genießen Sie die Zeit 🙂 … wird schon schief gehen 🙂

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