Vor nicht einmal 4 Jahrzehnten war es nicht denkbar, dass Männer ihre Frauen in den Kreißsaal begleiteten. Wir alle haben diese amerikanischen Filmszenen vor Augen, in denen werdende Väter Zigarette rauchend im Wartezimmer auf und ab laufen. Erlöst werden sie von einer netten Krankenschwester, die ihnen ein eingepacktes Bündelchen vor die Nase hält, evtl sogar hinter einer Glasscheibe.
Diese Zeiten sind heute vorbei. Es ist gang und gäbe, dass die Männer mit in den Kreißsaal gehen. Doch möchte jeder von ihnen wirklich dort hinein? Haben Männer heute überhaupt die Möglichkeit, sich dem zu entziehen? Mir scheint es fast so, als ob der Druck, mit in den Kreißsaal zu müssen, heute sehr groß ist! Sprechen Sie im Vorfeld darüber, wenn sie Zweifel haben. Mit Ihrer Frau, mit Freunden … Vielleicht hilft Ihnen auch eine Doula, die es Ihnen ermöglicht sich zwischenzeitlich dem Geschehen zu entziehen. Und haben Sie auch den Mut “Nein” zu sagen!
Ich persönlich war so froh meinen Mann dabei zu haben. Er war mir Rückendeckung und Mittler zwischen der Hebamme und mir.
Wenn Sie sich entschließen, Ihre Frau als werdender Vater in den Kreißsaal zu begleiten, dann können Sie viel für Ihre Frau tun:
- Sie können Sie halten, sie wiegen, damit sich Ihr Kind besser in den Geburtskanal bewegt.
- Sie können Sie daran erinnern auf die Toilette zu gehen: eine volle Blase hemmt die Wehentätigkeit.
- Sie können Ihr Wasser reichen oder ihr mit dem Lappen die Stirn kühlen.
- Sie können Ihr sagen, wie toll sie ihre Sache macht und wie stolz sie auf sie sind.
- Sie können mit ihr atmen und stöhnen (auch wenn es Ihnen peinlich ist, es hilft!)
Und wenn sie sich dagegen entscheiden? Vielleicht gibt es eine Freundin oder Verwandte, die Ihre Frau begleiten kann oder sie suchen sich Doula. Meine Empfehlung ist noch jemanden mit zu nehmen, der Ihrer Frau Rückendeckung gibt. Sonst kann es im Klinikalltag leider passieren, dass sie auf sich selbst gestellt ist. Und Sie selbst? Suchen sie sich einen Freund, der mit Ihnen durch die Wartezeit geht!















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In der Tat ist es so, das 95% der Männer heute bei den Entbindungen Ihrer Kinder dabei sind.
Da Väter heute viel aktiver bei der Schwangerschaft dabei sind und auch bei der Erziehung der Kinder eine aktivere Rolle spielen wollen, ist für viele selbstverständlich, dass sie dabei sind. Ich denke daher nicht, dass es eine Art gesellschaftlichen Druck gibt “dabei zu sein”.
Väter sind heute viel aufgeklärter und wissen was auf sie zukommt.
Ich habe in meinem Blog über viele Punkte zu Schwangerschaft und Geburt – aus Männersicht – geschrieben, vielleicht interessiert es Dich und Deine Leser ja: http://www.papa-online.com/category/maennerschwangerschaft/
Hallo Andreas,
du hast recht. Viele Väter gehen bewusst mit zur Geburt und haben sich gut vorbereitet.
Hast du allerdings schon mal erlebt, wie die Umwelt reagiert, wenn ein Vater nicht mitgehen möchte? Sie versucht ihn zu überzeugen, zu überreden.
Ich wollte mit meinem Kommentar ein Stück weit Freiraum geben “nein” sagen zu dürfen, bzw. über Zweifel zu reden.
Eine Geburt soll für den Mann positiv in Erinnerung bleiben, ihn als Vater stärken und nicht traumatiesieren.
Ein interessanter Artikel dazu findet sich hier http://www.zeit.de/2001/25/200125_vaeter1.xml
Doro
Interessanter Artikel bei Zeit Online.
Ich persönlich sehe es so wie du: Doro, Mann muss sich da locker machen. Wenn er nicht will, dann sollte das in Ordnung sein … übrigens, wenn SIE das nicht will, auch!
rk-f