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Blick in die Glaskugel

Wie ist das mit Ihnen? Wissen Sie schon, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird?

Es gibt viele Paare, die vorher gar nicht wissen wollen, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen werden. Sie wollen sich überraschen lassen. Aber eben so viele Paare (oder Single-Moms) stehen da gar nicht so drauf. Sie wollen vorher wissen, ob blaue oder rosa Klamotten, ob Barbie oder Matchboxautos.

Seit Menschengedenken haben sich vor allem Frauen an Spekulationen beteiligt und an Hand der Bauchform vorausgesagt, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Meine Schwiegermutter zum Beispiel war sich sicher, ein Bauch, der sich nur nach vorne drückt, beherrbergt einen Jungen und ein Bauch der eher in die Breite geht, verbirgt ein Mädchen. Das gleiche Spiel gibt es auch mit tief- oder hochsitzenden Bäuchen. Auch die Morgenübelkeit, so eine landläufige Meinung, ist ein Gradmesser, aber ist an der Idee was dran, „wenn die Frau einen Basketball vor sich herschiebt, wird es ein Junge“ …?

In einer Studie haben sich schon 1999 die Wissenschaftlerinnen Deborah Perry, Janet DiPietro und Kathleen Costigan mit dieser Frage beschäftigt und dazu 104 Schwangere, die nichts über das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes wussten, befragt. Alle Frauen mussten einen Fragebogen ausfüllen, so dass hinterher keine sagen konnte, sie hätte es von Anfang an gewusst. In diesem Fragebogen machten sie Aussagen nach dem wahrscheinlichen Geschlecht des Ungeborenen und warum sie glaubten, dass es so sei.

Das Ergebnis dieser Studie ist verblüffend! Es lässt sich keine zutreffende Aussage an Hand der Bauchform darüber machen, welches Geschlecht das Kind haben wird – oder an Hand der Morgenübelkeit. Auch der Vergleich mit einer früheren Schwangerschaft war keine verlässliche Ausgangsbasis für eine gute Vorhersagen. Aber wenn Sie jetzt glauben, Sie hätten immer schon gewusst, dass da nix dran ist … dann sollten Sie die ganze Studie kennen!

Die Trefferquoten um 50% oder niedriger, oder das, was man landläufig fifty-fifty nennt, sagt gar nichts aus. Eine Wahrscheinlichkeit von 1:1 sagt nur aus, dass sie manchmal eben richtig und manchmal falsch liegen. Die Quoten der Vorhersage lag bei rund 43 % … allerdings dann, wenn die Frauen über eine Mindestbildung verfügten, lag die Trefferquote deutlich höher: 73%! Das heißt, die Frauen mit höherer Bildung lagen viel öfter in ihrer Vorhersage richtig als falsch.

Jetzt wollen Sie vielleicht wissen, wodurch die besten Treffer der Voraussage innerhalb dieser Gruppe von Frauen erzielt wurden? Ok, hier kommen die Ergebnisse (Mehrfachnennungen waren möglich, die Prozentwerte bezogen sich auf das hauptsächliche Merkmal):

  1. 60% beriefen sich auf die Aktivität des Baby im Bauches
  2. 63% beriefen sich auf die Lage des Kindes im Bauch
  3. 64% folgerten entsprechend richtig aus Ihrer Erfahrung mit vorangegangenen Schwangerschaften
  4. 71% nannten andere Gründe als Ursache für ihre Voraussage, was es wird
  5. 76% hatten einfach ein sehr starkes Gefühl (Sie erinnern sich vielleicht an unsere gestrige Sonntagsgeschichte?)
  6. 100% lagen mit ihrer Voraussage dann richtig, wenn sie sich auf ihre Träume beriefen!

Ein wirklich überraschendes Ergebnis, finden Sie nicht?

Übrigens, ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, die Süddeutsche Zeitung bezog sich in einem Artikel im Jahr 2007 auf die gleiche Studie. Für den Fall, dass Sie das auch lesen wollen, dann klicken Sie hier.

Genießen Sie die Zeit! 🙂

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