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Wiegenlieder

Für uns war wichtig, dass der Kleine in unserer Nähe war.

Für uns war wichtig, dass der Kleine in unserer Nähe war.

Als ich durch Bayern fuhr und nicht an einer Raststätte tanken wollte, nahm ich eine Abfahrt, um nach einer Tankstelle zu suchen. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem Schreiner vorbei, der draußen auf seinem Hofgrundstück allerlei Stücke ausgestellt hatte.  Und genau dort, wie auf Zuruf fand ich eine richtige, echte, na ja meinetwegen absolut oberschrille Wiege für unseren damals noch nicht geborenen Jungen – und kaufte sie sofort.

Wie das so ist, wenn man als werdende Eltern noch gar keine Erfahrung hat und sich auch nicht wirklich vorstellen kann, wie das sein wird, mit Baby, macht man sowas.  Und, wissen Sie was?  Wir haben diesen Kauf nie bereut.  Erstens war die Wiege zauberhaft.  Gut, sie hatte jetzt keinen Himmel wie die auf Monets Bild hier an der Seite, aber sie war aus massivem Holz gehauen, ließ sich wie ein Schaukelpferd bewegen, war nicht übermäßig groß und passte sehr gut in unser Schlafzimmer.  Und zweitens war uns wichtig, dass der Kleine genug Platz hat und nachts in unserer Nähe war.  Das sollte sich später als eine wirklich gute Entscheidung heraus stellen.

Gerade, wenn die Kleinen noch „recht neu“ sind, werden sie mindestens einmal in der Nacht war und schieben Kohldampf.  Außerdem wollen Sie aus ihrer Windel raus und was frisches angezogen haben.  Also wollten wir nachts keine weiten Wege zu rennen haben.  Außerdem, Psychologen mögen jetzt vielleicht die Hände überm Kopf zusammenschlagen, wir wollten immer sofort zur Stelle sein, wenn der Kleine sich meldete.  Ich konnte mich nie mit dem Gedanken anfreunden, ein Kind einfach mal schreiben zu lassen.  Ich kann das heute noch nicht.

Nun, wir hatten aber auch das Glück, ein Kind zu bekommen, das ziemlich gut schlafen konnte und auch wollte.  Wenn er nachts losträllerte, ging das ganz automatisch.  Ich stand auf, nahm ihn aus seiner Wiege und machte ihn sauber.  Meine Frau legte sich derweil mit dem Stillkissen zurecht, so dass er auch gleich sein Futter bekam.  In windeseile war er also sauber, satt und zufrieden.  Als ihm dann die Augen zugefallen waren und auch nicht mehr aufgehen wollten, legten meine Frau ihn wieder zurück in die Wiege.  Während ich schon wieder eingeschlafen war, ließ meine Frau ihn noch ein bissel hin und herwiegen, bis sie auch wieder eingeschlafen war.

Es war eine wundervolle Zeit, die ich für gar nichts hergeben wollte.

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