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Ich will es aber nicht …!

Grafik eines fiktiven Verbotsschildes auf dem durchgestrichen ein Storch mit Windes im Schnabel zu sehen ist (Quelle: Fotolia)

Es gibt sicher mehrere Gründe, warum eine Frau ihr Kind nicht zur Welt bringen will. In meiner Familie fällt mir spontan eine Frau ein, die schon von Jugend an große Furcht vor einer Geburt hatte. Sie war sich absolut sicher, bei einer Geburt sterben zu müssen. Und obwohl sie rational wusste – und auch sagte – dass das eine völlig unbegründete Furcht war, schon weil sie körperlich vollkommen gesund war, so war es doch eine absolut reale Furcht – fast schon eine Gewissheit.

Was aber kann frau tun, wenn sie schwanger ist, das Kind aber nicht haben will?

Schwer zu sagen, mit wem man als erstes darüber reden sollte.

Mit dem Partner reden?

Das ist oft eine gute Lösung – aber nicht immer. Manchmal liegen die gegensätzlichen Bedürfnisse einfach zu weit auseinander. Und wie könnte man mit seinem Partner darüber sprechen, wenn man weiß, dass er so gerne (oder unbedingt!) ein Kind möchte – wie könnte man da ganz unbefangen sein Herz ausschütten?

Ein Gespräch mit dem Frauenarzt?

Sollte man meinen – aber auch das verläuft nicht immer so neutral, wie man sich das wünschen würde, denn auch Ärzte sind Menschen – mit Meinungen, Religionszugehörigkeiten und eigenen Lebenserfahrungen. Sicher, Ärzte unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und von daher ist das schon mal ein großer Vorteil. Außerdem hat man ziemlich sicher ein Mindestvertrauensverhältnis. Und doch will man sich manchmal gerade denen gegenüber nicht offenbaren, zu denen man dieses Vertrauensverhältnis hat. Vielleicht, weil man sie nicht enttäuschen will …

Schwangerenkonfliktberatung?

Ja, das würde einem wohl als nächstes (oder als erstes?) einfallen. Und doch – auch hier fallen mir spontan zwei Gründe ein, die gegen ein solches Gespräch sprechen: Zum einen wird man den Ansprechpartner dort nicht kennen – das ist manchmal genau der Vorteil, den es braucht, um sich einen guten Rat zu holen, aber immer dann, wenn etwas ein großer Vorteil ist, ist es auch gleich wieder ein Nachteil, denn eben nicht immer will man sich gerade einem Fremden gegenüber derart intim offenbaren.

Der zweite Grund, liegt in der Aufgabe der Konfliktberatung.

Bei pro familia heißt es dazu:

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz geregelt. Hier ist formuliert, dass die Beratung Sie zur Fortsetzung der Schwangerschaft ermutigen soll. Sie brauchen deshalb jedoch nicht befürchten, dass Sie sich in der Beratung in irgendeiner Weise rechtfertigen müssen oder bedrängt werden, Ihre Gründe zu nennen oder Ihre bereits getroffene Entscheidung zu ändern.

Ja, man muss nicht befürchten, bedrängt zu werden. Ja, muss man nicht …

Reden wir nicht drumrum: Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind, sind in einer besch…enen Lage!

Die Schwangerschaft erst mal annehmen?

Vielleicht schafft dieser Gedanke erst mal die Luft, die man braucht, um wieder eine innere Balance zu finden.

Babyklappe und anonyme Geburt

Zu meinem größten Bedauern scheint es derzeit kaum noch staatliches Interesse am Fortbestand der Babyklappen zu geben. Auch die ursprünglichen Vorstellungen in Sachen anonyme Geburt scheinen sich in Luft aufzulösen. Zu groß ist wohl der Wille des Gesetzgebers, dem Kind das Recht zu erhalten, zu erfahren, wer seine Mutter ist oder war. Vielleicht auch, um irgend wann jemanden zu haben, den man (in welcher Form auch immer) verantwortlich machen kann. Aber noch gibt es beides …

Bleibt schließlich noch die Möglichkeit, das Kind zur Welt zu bringen und anschließend zur Adoption frei zu geben. Für die Frau selbst dürfte das die schwierigste Situation sein, denn bis dahin hat die halbe Welt erfahren, dass sie ein Kind bekommen hat, das jetzt auf einmal nicht mehr da ist …

Diese Erde ist eigentlich ein wundervoller Planet – aber das alleine schafft noch nicht die Voraussetzung dafür, immer ein sorgenfreies, leichtes Leben leben zu können …

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